Die zwei größten Flugzeughersteller müssen sich mit weniger Aufträgen zufriedengeben. So lautet das Ergebnis nach der Luftfahrtmesse in Farnborough. Airbus konnte zahlreiche Aufträge an Land ziehen, Boeing ist auch zufrieden. Insgesamt zeichnet sich aber ein leicht negativer Trend ab.
Airbus schlägt Boeing
Betrachtet man die Ergebnisse nach der Airshow, so konnte Airbus mehr Neuaufträge an Land ziehen. Doch für seinen US-Konkurrenten Boeing lief es nicht deutlich schlechter. Airbus hat aber wieder die Nase vorn und das zählt in dem ständigen Wettkampf der beiden Flugzeugbauer. John Leahy, der Chef von Airbus, hat sich für dieses Jahr bis zu 700 Neubestellungen auf die Fahne geschrieben. Wenigstens gestand er ein, dass dies ein sehr ehrgeiziges Ziel sei.
Die Messe in Farnborough brachte dem europäischen Hersteller immerhin 279 Bestellungen und Vorverträge für Verkehrsflugzeuge ein. 197 dieser Bestellungen wurden sofort dingfest gemacht. Für Boeing waren es mit 140 Verträgen nur halb so viel. Für Airbus geht es um 35 Milliarden US-Dollar, bei Boeing haben sich 22,4 Milliarden nach Listenpreis ergeben.
Auch wenn dies weiterhin große Fortschritte sind, so hatte Airbus in 2015 allein 400 Jets in Paris verkaufen können. Und in Farnborough waren es in 2014 gleich 500 Maschinen gewesen. Zumindest erging es Boeing ähnlich. Im steten Wettbewerb sieht es nun so aus, dass Airbus bislang 380 Flugzeuge bauen darf und Boeing 321 Maschinen auf der Liste stehen hat.
Spritsparende Flugzeuge im Trend
Die Mittelstreckenjets mit spritsparenden Eigenschaften erzielten dabei das größte Interesse bei den potentiellen Käufern. Bei Airbus ist es der A320neo und für Boeing der 737-MAX. Mehr als zwei Dutzend Langstreckenjets vom Typ Boeing Dreamliner gingen auch weg. Immer zehn A350 und A330 gab es auf der Seite von Airbus.
Der A320neo ist momentan das beliebteste Modell, jedoch musste die Ausfuhr gestoppt werden. Man habe inzwischen die Probleme mit den überhitzten Triebwerken gelöst, heißt es. 25 Flugzeuge des Typs seien schon gebaut, aber die Triebwerke fehlen noch. Doch genau sie erzeugen den deutlich geringeren Verbrauch. Airbus will sie schnellstmöglich vom Band rollen lassen können.