Frankreich nimmt es schon seit einiger Zeit mit den großen Internetkonzernen auf. Vor allem Google war der Regierung schon längst ein Dorn im Auge. Nun wurde einer dieser Konflikte beigelegt. Daraus folgt eine millionenschwere Strafzahlung als Wiedergutmachung. Neben der immensen Marktmacht, steht Google aber auch wegen seinen geringen Steuerzahlungen in der Kritik. Auf dem G7-Gipfel einigte man sich heute zu einer globalen Mindeststeuer für groß digitale Unternehmen.
Google zahlt €220 Millionen an Frankreich
Wer im Internet werben möchte, kommt nicht wirklich an Google vorbei. Zwar gibt es noch Facebook mit ähnlich großer Reichweite, doch das Werbenetzwerk der Suchmaschine bleibt unübertroffen. Im Windschatten dieser Giganten haben es andere Möglichkeiten schwer. Die französische Wettbewerbsbehörde kam nun zu dem Schluss, Google müsse eine Strafe von 220 Millionen Euro zahlen. Und zwar wegen der Bevorzugung seiner hauseigenen Dienste bei Online-Werbung.
Google widersprach diesem Vorwurf nicht und zeigte sich zu einem kostspieligen Vergleich bereit. Darüber hinaus soll es im Werbenetzwerk zu Änderungen kommen, welche die Behörde in Paris begrüßte.
„Die Überwachungsbehörde hat festgestellt, dass Google seinen eigenen Technologien, die unter der Marke Google Ad Manager angeboten werden, eine Vorzugsbehandlung gewährt hat(…)», steht in einer Erklärung geschrieben. Konkret nutzte Google seine mediale Reichweite, um eigene Produkte mit Reichweite zu versehen. Während andere dadurch benachteiligt wurden. Als Beispiel nannten die Wettbewerbshüter Presseverbände, welche die Marktmacht zu spüren bekamen.
Sie konnten weniger Abonnements verkaufen, weil Google bei sogenannten Supply-Side-Plattformen (SSPs) den oft den Vorzug erhielt. Seitens der Behörde in Paris erhielt Google die klare Erinnerung an seine besondere Verantwortung im WWW. „Diese sehr schwerwiegenden Praktiken benachteiligten den Wettbewerb auf dem aufstrebenden Online-Werbemarkt und ermöglichten es Google, seine marktbeherrschende Stellung nicht nur zu erhalten, sondern noch auszubauen», meinte Isabelle de Silva, Vorsitzende der Behörde.
Mindeststeuer auf G7-Gipfel beschlossen
Die paar Millionen dürften sich in Googles Bilanz kaum bemerkbar machen. Schwerwiegender dürfte da die heute beschlossene globale Mindeststeuer sein. Auf dem G7-Gipfel trafen sich die größten Industrienationen. Sie wollen die Google-Mutter Alphabet zur Kasse bitten. Aber auch andere Technologiekonzerne wie Amazon, Apple, Facebook & Co. Damit diese ihre Umsätze nicht mehr nur in Steueroasen den Finanzbehörden über angeben. Die genannten Aktien fielen zunächst im vorbörslichen Handel jeweils um knapp ein Prozent.