Ähnlich wie Amazon und Facebook, profitiert auch Alphabet starkes Wachstum in seinen wichtigsten Bereichen. Es mag sich vielleicht nur um einen temporären Corona-Bonus handeln, doch die Anleger der Google-Mutter sind zufrieden. Auch deshalb, weil das Video-Netzwerk YouTube in diesen Zeiten verstärkt genutzt wird. Jedoch, im Schatten von Google und YouTube dümpeln einige futuristische Projekte vor sich hin. Nicht alle davon möchte Alphabet weiter fortsetzen.

Werbegeschäft läuft wieder

Zu Beginn der Corona-Krise stampften viele Unternehmen ihr Werbebudget ein. Sie wollten Kosten einsparen und das spürten auch Google sowie YouTube. Doch die Buchungen nahmen im vergangenen Quartal wieder zu. Nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch dem Weihnachtsgeschäft. Das traf sich gut, denn die Nutzerzahlen der Video-Plattform stiegen in den ersten Wintermonaten gewohnt an. Schlussendlich erzielte Alphabet einen Umsatz von 56,9 Milliarden US-Dollar. Ein Plus von 23,5 Prozent!

Für seinen Gewinn gab der Konzern 15,2 Milliarden Dollar an. Wobei YouTube ein immer solideres Standbein darstellt. Allein dort stiegen die Werbeerlöse auf knapp 6,9 Milliarden (+46 Prozent im Jahresvergleich). Den Löwenanteil machen aber weiterhin die geschalteten Anzeigen im Suchnetzwerk von Google aus. Hier kam es zu einem Wachstum von etwa 17 Prozent (31,9 Mrd. Dollar).

Mieses Cloud-Geschäft & fragwürdige Zukunftsprojekte

Auf der anderen Seite musste Alphabet einen operativen Verlust von 1,24 Milliarden für sein Cloud-Geschäft angeben. Somit erhielten Anleger erstmalig Einblick in die Bereitstellung von Speicherkapazitäten im Internet. Alphabet erklärte den hohen Verlust mit dem Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur. Denn abseits davon, generierte dieser Geschäftsbereich 3,83 Milliarden US-Dollar (Ein Plus von knapp 47 Prozent). Hier muss Alphabet jedoch seine stärksten Konkurrenten, Microsoft und Amazon, im Auge behalten.

Um sich breiter aufzustellen, investiert Google schon seit Längerem in diverse Projekte mit Potential. Im vergangenen Quartal lief es vor allem mit der Gesundheitsfirma Verily sowie Google Fiber gut. Schwierige Zeiten machten dagegen die Roboterautos von Waymo und Wing durch. Letzte ist für die Entwicklung von Lieferdrohnen zuständig.

Zu futuristisch erschien die Idee, mit Ballon-Antennen das Internet in entlegene Gebiete zu bringen. Alphabet verabschiedete sich von seinem Schwester-Unternehmen Loon. Damit kommt der Konzern seinem Versprechen an Investoren nach, sich von verluststarken Projekten zu trennen.