In 2017 haben die meisten Indizes ein starkes Wachstum verzeichnen können. Im Januar setzte sich der Trend fort. Seit Jahren steigen die Aktienkurse und kaum jemand will etwas von einem möglichen Crash wissen. Nun gab es zum Monatsanfang einen herben Dämpfer. Wenngleich dieser nur kurz verweilen dürfte, so kriselt es an den US- und EU-Börsen.

Attraktive Anleihezinsen verlocken

Lange Zeit haben Investoren und private Anleger ihren Fokus fast ausschließlich auf Aktien gerichtet. Das leichte Desinteresse im Februar kann mit den steigenden Anleihezinsen erklärt werden. In Europa leiden die Indizes stark darunter, aber auch in den USA spüren Börsianer den Umschwung.

Im Januar konnte man sich noch für den besten Jahresauftakt der letzten drei Jahre selbst loben. Doch mit einer größeren Korrektur rechnen nun immer mehr Analysten. In der vergangenen Woche sackte der Dax um 4,2 Prozent ab und gab damit einen Vorgeschmack darauf, was noch folgen könnte. Auf amerikanischem Boden mussten der Dow Jones und der S&P 500 jeweils knappe vier Prozent nachgeben.

In den USA sind die ersten Zinsschritte schon ergriffen worden. Bis zu vier weitere soll es noch in 2018 geben. Damit werden klassische Geldanlagen, darunter Staatsanleihen, wieder für Anleger attraktiv. Durch den steigenden Druck auf die Europäische Zentralbank, sollte sich der Trend auch bei uns bald bemerkbar machen. Zumindest steht ein Ende des Anleihekaufprogramms in der zweiten Jahreshälfte auf dem Plan.

„Europäische Aktien noch unterbewertet“

Heino Ruland von Ruland Research meint dazu: «Europäische Aktien sind im Vergleich zu US-Papieren immer noch unterbewertet. Deutliche Kursverluste sind nur bei einem Einbruch der Wall Street zu erwarten, und der ist nicht in Sicht.» Recht hat er insoweit, dass der S&P 500 trotz seiner Verluste immer noch im Plus steht. Seit Jahresbeginn konnte er 3,3 Prozent hinzugewinnen.

In den USA rechnet man zudem mit einem Boost der Wertpapiere, weil die Regierung ihre Steuerreform durchsetzen konnte. Zu berücksichtigen sei auch, dass in den nächsten Tagen weitere Bilanzberichte großer Konzerne erscheinen.