Der Fahrdienstvermittler Uber erwägt wohl schon länger den Gang an die Börse. Nun scheinen die Pläne konkreter zu werden. Denn die Konkurrenz schläft nicht und will sich ebenfalls aufs Parkett wagen. Also gilt es schneller zu sein als die anderen. Einerseits bietet Uber das Potential für einen der größten IPOs aller Zeiten. Andererseits schreibt das Unternehmen, welches sich immer wieder auf Finanzspritzen stützen musste, weiterhin tiefrote Zahlen.

Berufung auf Reuters

Uber selbst hat sich zu diesen Gerüchten noch nicht mitgeteilt. Doch schon im nächsten Jahr soll es soweit sein. Angeblich wurden die notwendigen Unterlagen bereits bei der Börsenaufsicht eingereicht. So will es die Nachrichtenagentur Reuters aus vertraulicher Quelle erfahren haben.

Wie viel könnte der Börsengang einbringen? Jüngst hat sich Uber wieder frisches Kapital von Investoren geborgt. Dabei entstand eine Bewertung von 76 Milliarden US-Dollar. Bei einer Notierung am Aktienmarkt, rechnen manche Analysten mit 120 Milliarden. Kaum ein anderes Aktienunternehmen würde diesem Wert das Wasser reichen können.

Generell wird 2019 ein sehr spannendes Jahr was Börsengänge anbelangt. Auch AirBnB, die bekannter Plattform zur Wohnungsvermittlung, spielt mit dem Gedanken. Für Uber wäre die Notierung vom Konkurrenten Lyft relevant. Der Fahrdienstvermittler versucht schneller zu sein und wird derzeit auf 15 Milliarden US-Dollar geschätzt. Auch hier zeichnen sich immer noch hohe Verluste in den Büchern ab. Wann Lyft den großen Schritt unternehmen möchte, ist noch unklar. Jedoch sollen die notwendigen Dokumente seit letztem Donnerstag der US-Börsenaufsicht SEC vorliegen.

Uber muss besser abliefern

Doch Uber sollte seinen Blick auf die eigenen Zahlen richten. Dort herrscht nämlich weiterhin Ebbe. Was Investoren nicht zwangsläufig abschreckt. Bestes Beispiel dafür: Elon Musk und Tesla. Der Visionär schafft es immer wieder neue Finanzierungsrunden abzuschließen und seine Aktionäre zu begeistern.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi steht nun vor derselben Herausforderung. Er muss erklären, wie sein Unternehmen aus den roten Zahlen fahren wird. Das dritte Quartal beendete Uber mit 1,1 Milliarden Dollar im Minus. Ein Anstieg von etwa 20% zum zweiten Quartal, aber immer noch weniger als zum Vorjahr.

Vor allem das Wachstum hat nachgelassen. Immer mehr Menschen buchen den Fahrdienst per App und generieren wachsende Umsätze. Allerdings bleiben die Zahlen hinter den Erwartungen zurück.