Die Investmentgesellschaft von Warren Buffet hat in den vergangenen Stunden gleich zweimal für Aufsehen gesorgt. So verlangt die US-Börsenaufsicht detaillierte Auskünfte über gewisse Mechanismen innerhalb Berkshire Hathaways. Parallel dazu wurde bekannt, dass die Beteiligungsgesellschaft in zwei Sektoren Aktien im großen Stil abgestoßen hat.
Umgang mit Risiken & fehlendes Kontrollgremium
Bereits im September des letzten Jahres forderte die US-Börsenaufsicht SEC zu einer konkreten Erklärung auf. Dabei geht es um mehr Transparenz im Umgang mit Risiken seitens des Unternehmensvorstands. Hierbei muss sich auch Warren Buffet selbst erklären. Die Beteiligungsgesellschaft erklärte sich mit der Aufforderung einverstanden.
Es geht dabei um die Identifizierung von kurz- und langfristigen Gefahren. Die SEC wünscht Einblicke in die Kommunikation zwischen dem Vorstand, dem Management und externen Beratern. In diesem Zusammenhang betrachtet die Börsenaufsicht zudem die Risikoüberwachung als kritisch. Denn bislang fehlt Berkshire Hathaway ein entsprechender Überwachungsausschuss.
Der SEC ist es wichtig zu wissen, ob die Direktorin Buffet bei einzelnen Entscheidungen überstimmen kann. Alternativ soll sie den Vorstand zu Rate ziehen können. Berkshire Hathaway informiert die Öffentlichkeit auf der Jahresversammlung, über den Aktionärsbrief von Buffet sowie regelmäßigen Finanzberichten. Dabei werden nicht alle Beteiligungen bis ins Detail aufgeschlüsselt.
Buffet hat Aktien in großem Stil verkauft
Längst bekannt sind dagegen die vierteljährlichen Auskünfte gegenüber der SEC in Bezug auf Käufe und Verkäufe von Aktien. Im vierten Quartal hat sich Berkshire Hathaway von Aktien im Bankensektor sowie Herstellern von Halbleitern getrennt.
Die Informationen beziehen sich auf eine Erhebung mit Stichtag 31. Dezember 2022. Hier hat Buffet abermals ein Gespür bewiesen, indem er Wertpapiere der Bank of New York Mellon verkaufte. Dazu flogen fast alle Anteilsscheine der U.S. Bancorp aus seinem Depot.
Außerdem veräußerte Berkshire Hathaway im vierten Quartal 86 Prozent seiner Aktien vom Chiphersteller TSMC. Damit hält Buffet am Unternehmen aus Taiwan nun rund 8,3 Millionen Wertpapiere weniger. Erwähnenswert ist zudem der Verkauf einiger Anteile bei Activision Blizzard. Hier trennte sich die Beteiligungsgesellschaft von 12,35 Prozent seiner Aktien.