Chinesische Aufsichtsbehörden haben gegen den US-Autobauer Ford eine Strafe verhängt. Weil man gegen das geltende Wettbewerbsrecht verstoßen haben soll, sollen umgerechnet über 20 Millionen Euro bezahlt werden. In einer Zeit des Handelskonflikts zwischen China und den USA, könnte diese Geldbuße einen ganz anderen Hintergrund haben.

Wettbewerbsverstoß bei Joint Venture

Von offizieller Seite heißt es, dass der US-Fahrzeughersteller bei einem Joint Venture in China gewisse Auflagen nicht erfüllt hat. Deshalb sieht sich Changan Ford Automobile nun mit einer millionenschweren Sanktion konfrontiert. Verhängt wurde dies von Aufsichtsbehörden aus dem südwestchinesischen Chongqing. Konkret soll Ford seit 2013 die Preise der Autohändler beschränkt haben und zwar nur für diese Metropole. Für das Strafmaß wurden vier Prozent des jährlichen Absatzes in dieser Region angesetzt.

Für Ford und seinen Partner kommt diese Nachricht äußerst ungelegen. Schließlich kämpft die gesamte Branche mit rückläufigen Absatzzahlen. Changan Ford „respektiert die Entscheidung“ dennoch. Scheinbar wolle man also keinen Rechtsstreit anfechten. Stattdessen wurde sofort Besserung gelobt, um die regionalen Verkäufer nicht weiter zu benachteiligen.

In China müssen internationale Unternehmen mit regionalen Firmen ein Joint Venture gründen. Nur so dürfen sie dort Autos herstellen und verkaufen.

Denkbar ungünstiger Zeitpunkt oder cleverer Schachzug?

Der offiziellen Erklärung der staatlichen Marktaufsicht kann man glauben, oder auch nicht. Denn das Timing könnte den Eindruck des Zufalls verdrängen. Immerhin befinden sich China und die USA gerade in einem heftigen Handelskonflikt. Washington und US-Präsident Donald Trump werfen China diverse Delikte vor. Damit gehen Forderungen für einen leichteren Marktzugang einher. Außerdem soll das Reich der Mitte etwas gegen den Diebstahl geistigen Eigentums unternehmen.

China hatte auf die ersten Strafzölle mit gleichen Mitteln zurückgeschlagen. Allerdings besitzen die USA hier deutlich mehr Luft nach oben. Weshalb die Regierung in Peking andere Wege gehen könnte. Womöglich stellt das Bußgeld gegen Ford ein erstes Beispiel dar.

Ein gutes Jahr dauert der Handelsstreit nun schon an und noch ist kein Ende in Sicht. Dazwischen stehen die vielen Unternehmen, welche in beiden Ländern aktiv sind. Neben Strafzöllen, können China und die USA andere Mittel ergreifen. Bspw. Genehmigungen langsamer ausstellen und häufiger Betriebsprüfungen durchführen. Da China in großem Überfluss Produkte nach Nordamerika exportiert, mündet in einem großen Defizit. Genau das will Donald Trump ändern.