Die Corona-Krise begann vermutlich in China. Dank eines schnellen Eingreifens der Regierung in Peking, wurde eine stärkere Ausbreitung verbunden. Während viele andere Nationen deutlich später ihre Wirtschaft wieder hochfahren konnten, legte das Reich der Mitte frühzeitig vor. Dazu begleitend wurden geldpolitische Maßnahmen ergriffen. Beide Aspekte haben nun zu einem erhöhten Konjunkturwachstum im Oktober geführt. Ob der Effekt jedoch dauerhaft bestehen bleibt, ist noch offen.

Einzelhandel verzeichnet Plus von 4,9 Prozent

Obwohl China einen harten Corona-Kurs befolgt, konnte der Einzelhandel deutlich mehr verkaufen. Das Plus betrug 4,9 Prozent und übertrifft damit das Ergebnis vom Oktober 2020. Im September waren es bereits 4,4 Prozent. Darüber hinaus fuhren die produzierenden Unternehmen ihre Kapazitäten hoch. Im Jahresvergleich betrug die Herstellung von Waren 3,5 Prozent mehr.

Für chinesische Verhältnisse sind das zwar keine besonders guten Zahlen, aber sie zeigen einen Aufwärtstrend. Jedoch befürchten manche Ökonomen, dass dieses Wirtschaftswachstum keinen nachhaltigen Charakter besitzt. Unter anderem deshalb, weil das Coronavirus wieder mehr zirkuliert. Mancherorts sind die Kontakt- und Reisebeschränkungen bereits wieder in Kraft. Hier ist mit Auswirkungen im Einzelhandel sowie Dienstleistungssektor zu rechnen.

Als bedenklich gilt in China ebenso das Immobiliengeschäft. Evergrande und Kaisa werden womöglich bald als zahlungsunfähig deklariert. Das Eingreifen der chinesischen Zentralbank ist sehr wahrscheinlich.

China setzt Tech-Unternehmen weiter unter Druck

Derweilen nimmt Peking zunehmend Tech-Firmen ins Visier. Insbesondere jene, welche viele Nutzerdaten sammeln, sind der Regierung ein Dorn im Auge. Schon im Sommer erschwerte man die Börsengänge im Ausland. Nun werden auch die Daumenschrauben an der Hongkonger Börse angezogen.

Ein deutlich genauerer Blick soll es sein, wenn entsprechende Unternehmen einen IPO wünschen. Die örtliche Cyberspace-Regulierungsbehörde will vorab künftig eine Sicherheitsprüfung durchführen. Im Sinne der nationalen Sicherheit. Also vermutlich überall dort, wo von Nutzern zahlreiche Informationen gesammelt werden. Die Zeiten der Internetfreiheit in China sind damit definitiv vorbei, da die Regierung zunehmend mehr Kontrollen installiert.

Auf der anderen Seite denkt Peking über ein neues Börsenparkett nach. Es soll sich speziell an KMUs (kleine und mittelständische Firmen) richten. Damit verfolgt das Reich der Mitte sein Ziel, für ausländische Unternehmen attraktiver zu werden.