Durch die einheimische Konkurrenz haben es Apple und Samsung in China nicht mehr so leicht ihre Umsatzziele zu erreichen. Während das südkoreanische Unternehmen wieder Marktanteile gewinnen konnte, kämpft der US-Rivale mit rückläufigen Zahlen.

Weltweit größter Smartphone-Markt ändert sich

In keinem anderen Land werden so viele Smartphones pro Jahr gekauft. Besaß Samsung einst noch 15 Prozent vom Markt, ist der Wert heute nur knapp 1 Prozent groß (auf Basis einer Berechnung von Computerpoint).

Konkurrent Apple leidet unter demselben Problem. Konzernchef Tim Cook musste eine dramatische Prognose-Korrektur veröffentlichen. Sie sei auf die starken Rückgänge in China zurückzuführen. Heimische Modelle, meist deutlich günstiger als das iPhone, würden viel öfter gekauft werden. Huawei gilt dabei als das Zugpferd schlechthin.

Samsung reagierte besser und rüstete sich gegen das weitere Schrumpfen. Apple unternahm derweilen kaum etwas und sitzt nun im Handelsstreit zwischen den Fronten. Der US-Konzern stützt seine Geschäfte zu sehr auf das iPhone. Samsung erweitert seine Absatzmöglichkeiten besser. Mittlerweile verdienen die Südkoreaner sehr gut mit dem Verkauf von Chips.

Speicherkarten und Datenzentren gelten als zentrale Umsatzfaktoren, nicht nur in China. Im zweiten Quartal 2018 erzielte Samsung mit den Halbleitern fast 80 Prozent seines Konzerngewinns. China selbst will nachziehen. Doch diese Pläne sollen sich noch hinauszögern.

Samsung macht sich vom chinesischen Markt bewusst weniger abhängig. Apple versucht hingegen dran zu bleiben und seine Marktanteile zu sichern. Das kostet natürlich und drückt die Erwartungen.

Apple senkt Erwartungen deutlich

Das iPhone gibt es nun seit mehr als zehn Jahre zu kaufen und zum ersten Mal wird Apple seine Umsatzziele verfehlen. So erklärte es Konzernchef Tim Cook in einem offenen Brief an seine Anleger. Die ohnehin schon vorsichtige Prognose, senkte er nochmals um knappe fünf Prozent.

Cook schreibt, dass „mehr als 100 Prozent“ des Umsatzrückgangs in der schwachen Nachfrage aus China begründet liegt. Dort kaufte man erheblich weniger iPhones, iPads und Macbooks. Apple habe den Markt und sein Potential falsch eingeschätzt. Zu den unvorhergesehenen Herausforderungen zählt auch der Handelsstreit zwischen China und den USA.

Für Apple ging es kurz nach dieser Mitteilung um fast zehn Prozent nach unten. Ebenso die Zulieferer des Herstellers litten.