Um ihr Depot zu diversifizieren, wird Anlegern empfohlen, regional möglichst breit zu investieren. Wir bei Fanum Consulting legen einen starken Fokus auf die USA. Dennoch kann eine Beimischung anderer Länder nicht schaden. Neben Europa kommt dabei der asiatische Raum ins Spiel. Allen voran China, denn mit seinen mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern verfügt das Reich der Mitte über eine beachtliche Konjunktur. Vorausgesetzt der Wirtschaftsmotor brummt. Doch schon jetzt wird deutlich, dass China seine gesteckten Ziele für 2023 wohl verfehlen wird.

Die Erholung nach dem Corona-Schock

Als im Frühjahr 2020 die Corona-Krise begann, entschied sich China für einen ultraharten Kurs. Zum Eindämmen der Pandemie wurden regelmäßig Metropolen mit Millionen von Bewohnern abgeriegelt. Selbst als Nordamerika und Europa langsam einen lockeren Kurs fahren, hält man in Peking an der Null-Covid-Strategie fest. Scharfe Kontrollen, Einschränkungen und Verbote haben tiefe Spuren hinterlassen.

Doch in 2023 soll alles anders werden. Zwar spürt China noch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, aber ansonsten steht der konjunkturellen Erholung kaum etwas im Weg. So zumindest die Theorie. Vor wenigen Jahren war China zweistellige Wachstumszahlen gewöhnt. Das erste Quartal dieses Jahres stemmt sich gegen diese Erwartung. Auch danach scheint es nicht besser gelaufen zu sein.

Die Daten vom Mai zeichnen beim Einkaufsmanagerindex (PMI) ein düsteres Bild. Die Kennzahl fiel von 49,2 auf 48,8 Punkte und damit das zweite Mal in Folge. Alles unterhalb von 50 Punkten bewertet das chinesische Statistikamt als einen wirtschaftlichen Rückgang. Auch der Index für das Dienstleistungsgewerbe hat nachgegeben. Der noch vorhandene Aufschwung verlangsamte sich von 56,4 auf 54,5 Punkte. China hat bei diesen zwei essentiellen Faktoren die Schätzungen von Experten untergraben.

Wachstumsziel auf knappe fünf Prozent gesenkt

Die chinesische Konjunktur legte im ersten Quartal nur um 4,5 Prozent zu. Das Ende der strikten Corona-Politik hätte zu einem besseren Ergebnis führen sollen. Peking nennt stattdessen mehrere Faktoren, warum sich die Hochrechnung so weit von der Realität entfernt. Unter anderem seien die Exporte unerwartet stark eingebrochen.

Der angezählte Immobilienmarkt erholt sich zudem nur sehr langsam. Die Gewinne der Unternehmen schrumpfen und die Spannungen mit den USA nehmen zu. Insgesamt rechnet China deswegen für 2023 mit einem Wachstum von nur noch fünf Prozent.