China legte im vergangenen Jahr wieder ein starkes Wirtschaftswachstum hin. Die Regierung aus Peking setzte dafür einige geldpolitischen Hebel in Bewegung. Für 2022 soll die Konjunktur hingegen deutlich langsamer wachsen. Die Ursachen dafür sind vielschichtig und Ökonomen gehen davon aus, dass der Aufschwung ausgebremst wird.

Nur noch vier Prozent im letzten Quartal

Auf das ganze Jahr bezogen, verkündete das Reich der Mitte ein Konjunkturwachstum von 8,1 Prozent. Jedoch viel das letzte Quartal mit vier Prozent wesentlich schwächer aus. Ning Jizhe, Sprecher der chinesischen Statistikbehörde, hat dafür gleich drei Erklärungen parat. Zum einen leidet China unter einer schrumpfenden Nachfrage, zum anderen liegen die Erwartungen nicht mehr so hoch. Ergänzend dazu hat sich das Angebot stark verändert.

Außerdem war es für China ein leichtes, nach dem schwachen Corona-Jahr 2020 wieder ordentlich zu wachsen. Doch mit seiner rigorosen Null-Covid-Strategie und sehr harten Maßnahmen, verließ das Land den Pandemie-Modus schneller als die meisten anderen Staaten. Zwar wird das Wirtschaftswachstum abflachen, aber es bleibt weiterhin positiv. Zudem hatten Analysten mit deutlich schlechteren Zahlen für 2021 gerechnet.

Weitere Faktoren welche auf die Wachstumsbremse treten

Seit dem Jahresbeginn hat China zudem mit weiteren Problemen zu kämpfen. So herrscht immer mal wieder eine Energieknappheit, welche zeitweise zu Stromausfällen führen. Diese betreffen vor allem die Industriegebiete des Landes. Außerdem meldet sich das Coronavirus zurück und Peking reagierte darauf mit lokal begrenzten Lockdowns.

Hinzu kommt ein generelles Misstrauen in den Immobiliensektor. Die Evergrande-Krise hat deutliche Spuren hinterlassen. In anderen Bereichen, in denen Chinas Wirtschaft gerne wachsen würde, reguliert China sehr stark und bremst somit den Fortschritt aus.

Generell befindet sich das Reich der Mitte aber auf einem guten Erholungskurs. Das Wachstum im vergangenen Jahr war so stark wie zuletzt in 2012. Das anvisierte Ziel von sechs Prozent wurde überboten. Jetzt kommt es darauf an, wie gut China die Omikron-Variante vom Coronavirus in den Griff bekommt. Immer mehr Länder wollen die Maßnahmen lockern und in einen endemischen Zustand (ähnlich der saisonalen Grippe) übergehen. China hingegen bleibt vorerst bei seinem harten Kurs und beschneidet somit das Potential seiner Wirtschaftsleistung.