Die chinesische Regierung fährt einen sehr harten Kurs, um eine Ausbreitung vom Coronavirus bestmöglich zu verhindern. Damit fuhr das Reich der Mitte bislang sehr gut. Doch mit der Omikron-Variante, welche deutlich ansteckender ist, gerät die No-Covid-Strategie ins Wanken. Die Metropole Shanghai wurde großzügig abgeriegelt. Auch anderswo herrschen strenge Einschränkungen und dies bremst die chinesische Konjunktur aus.
Angestellte dürfen Arbeitsort nicht verlassen
Dabei hatte China, wo das Coronavirus seinen Ursprung fand, alles lange Zeit im Griff. Durch Massentestungen und strenge Kontrollen schien die Zahl der Ansteckungen auf niedrigem Niveau beherrschbar. Jetzt aber droht der wirtschaftliche Kollaps. Um diesem ein Stück weit entgegen zu wirken, sperren produzierende Unternehmen ihre Angestellten buchstäblich ein. Sie verweilen seit Tagen in den Fabrikhallen, vollkommen von der Außenwelt abgeschottet. Schlafen, Essen und Arbeiten findet hinter verschlossenen Türen statt.
Was nach einer drastischen Maßnahme klingt, ist der verzweifelte Versuch die sowieso schon mauen Absatzzahlen irgendwie aufrecht zu erhalten. Shanghai hat sich sogar komplett abgeriegelt und das schon seit Wochen. 26 Millionen Menschen sind in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Insgesamt wird geschätzt, dass etwa 30 Prozent des Bruttosozialprodukts von den Lockdowns betroffen sind.
Stimmung auf dem Tiefpunkt – Besonders in der Autobranche
Einerseits hapert es an Kleinigkeiten wie Gemüse oder Windeln. Nicht alles ist überall so einfach erhältlich. Die Lockdowns legen eben auch einen Teil der Lieferketten lahm. Andererseits scheinen ganze Branchen stark gefährdet.
So klagen die Autobauer über eine Flaute in der Produktion. China ist bekannt für seine vielen Zulieferer von Autoteilen. Doch gerade hier hatte sich zuletzt das Interesse an der E-Mobilität prächtig entwickelt. Insbesondere deutsche Autobauer sowie Tesla profitierten davon. Nun droht eine nennenswerte Entschleunigung. Die sonst so gut eingespielten Lieferketten sind aus dem Rhythmus geraten.
Viele Fahrzeughersteller gehen deshalb davon aus, dass sich dies in den kommenden Quartalsberichten niederschlagen wird. Generell besteht in vielen Branchen das Potential für Verluste und Wachstumsrückgänge. Sei es bei den Halbleitern, der Pharmaindustrie oder anderswo. Hinzu kommt die Container-Knappheit, welche die Preise für den Export in die Höhe schießen lässt.