Die Produkte von Apple sind in so gut wie jedem Land auf der Erde vertreten. Auch Indien wird seit geraumer Zeit mit iPhones und iPads beliefert. Doch Apple-Chef Tim Cook sieht noch reichlich Potential für weiteres Wachstum. Erst kürzlich hat er persönlich den erstes Apple Store in Indien eröffnet. Nun will man die Expansionspläne im bevölkerungsreichsten Land der Welt beschleunigen. Ein Teil dieser Strategie beinhaltet, dass Indien dabei helfen könnte, die Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern zu verringern.

Verlagerung der Produktion nach Indien

Neben dem möglichen Absatzwachstum möchte Apple vor allem in die Produktion investieren. Die Gespräche dazu laufen seit einigen Jahren. Eine lokale Herstellung würde die Logistikwege verkürzen und somit Kosten einsparen. Die Diversifizierung seiner Lieferketten stellt einen weiteren Pluspunkt dar. Von hier aus könnte Apple seine Produkte in die ganze Welt verschicken. Engpässe bei der Auslieferung waren zuletzt ein großes Problem während der Corona-Krise. China hatte mit seinem harten Lockdown die Produktion stellenweise komplett lahmgelegt.

Nun stellt sich die Frage, wie Apple dies im Detail realisieren möchte? Schon im Herbst 2022 kündigte Apple an, die Produktion seiner AirPods von China nach Indien verlagern zu wollen. Vor wenigen Wochen gab es zudem die Mitteilung, das iPhone zunehmend in Indien produzieren. China soll zwar weiterhin im Rennen sein, aber Indien steht wohl im Fokus. Durch die verschiedenen Zulieferer könnten in Summe bis zu 100.000 neue Jobs in Indien entstehen, heißt es. Apple wäre damit für die Zukunft besser aufgestellt, da man Lieferversprechen mit höherer Wahrscheinlichkeit einhalten könnte. Für den Fall, dass es mal wieder zu Engpässen kommt.

Streitigkeiten zwischen den USA und China aus dem Weg gehen

Ein anderer Grund für den Strategiewechsel dürfte politischer Natur sein. Seitdem Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten tätig war, tragen China und die USA einen offenen Handelsstreit aus. Sein Nachfolger Joe Biden heizt die Debatte weiter an. Für Apple besteht damit eine große Unsicherheit, welche die Planung der nächsten Jahre gefährdet.

Aktionäre können sich währenddessen über steigende Umsätze freuen. Bereits im letzten Geschäftsjahr soll Apple iPhones im Wert von knapp sieben Milliarden US-Dollar in Indien produziert haben. Ein Teil seines Flaggschiffes ist dabei im Land verkauft worden. Mehr und mehr Konsumenten sollen nun von Android auf iOS umsteigen. Somit scheint die Strategie von Apple aufzugehen.