Medial wird oft nur vom Handelsstreit zwischen den USA und China berichtet. Dabei liegt auch die EU seit Jahren mit den Vereinigten Staaten im Clinch. Der Handelskonflikt fußt auf einem Subventionskampf, welcher die Flugzeughersteller Airbus und Boeing involviert. Nun legen die beteiligten Nationen eine Pause ein. Um während dieser hoffentlich eine angemessene Einigung zu finden. Auch Großbritannien macht mit.
Konflikt für fünf Jahre auf Eis
Die USA und EU stimmten einer fünfjährigen Erholungsphase zu. In dieser Zeitspanne werden die verhängten Strafzölle ausgesetzt. Der Handelskonflikt hat Ausmaße im Wert von 11,5 Milliarden US-Dollar angenommen. Außerdem möchten beide Seiten die Auszeit nutzen, um sich mehr auf die unfairen Handelspraktiken Chinas zu fokussieren.
Darüber hinaus schickte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai gleich eine Warnung an die EU hinter her. Sollte die EU gegen Auflagen verstoßen, würde man die Strafzölle auch schon vorher wieder aktivieren. US-Präsident Joe Biden geht den Handelskonflikt zwar diplomatischer an, steht aber wie sein Vorgänger für einen harten Kurs. Trotzdem dürfen die beteiligten Branchen nicht vergessen, dass weiterhin keine geeignete Lösung im Raum steht. Diese gilt es immer noch zu finden.
Biden macht dabei immer wieder klar, dass er keine Benachteiligung US-amerikanischer Unternehmen dulden wird. Er steht für eine „Außenpolitik für die Mittelschicht“ und widerspricht in Teilen der „America First“-Strategie von Ex-Präsident Donald Trump. Den kompletten Freihandel bedeutet dies aber nicht.
Zu bedenken gibt es, dass es sich hier nur um den Boeing-Airbus-Konflikt dreht. Die USA haben für noch viele weitere Waren und Dienstleistungen Strafzölle erhoben. Mit dem Ziel, dass große Handelsdefizit auszugleichen, indem Druck auf die Partner ausgeübt wird. Diese Herausforderung dürfte noch deutlich größer sein. Schlimmstenfalls nutzt China dieses angespannte Verhältnis und zieht an den USA und der EU vorbei.
Großbritannien macht mit
Kurz darauf gab es die Nachricht, dass auch Großbritannien mit den USA eine entsprechende Einigung fand. Für vorerst fünf Jahre wollen beide Seiten die angeordneten Strafzölle aussetzen. Die Luftfahrt könnte somit für kurze Zeit aufatmen, während die Politik hoffentlich einen fairen Deal findet. Der Subventionsstreit rund um Airbus und Boeing erhält damit eine wichtige Verschnaufpause.