Die Vertreter der Federal Reserve räumten bei ihrer Novembersitzung ein, dass die Wirtschaft zwar besser als erwartet lief, die Inflation aber etwas länger brauchte, um auf ihr gewünschtes Niveau zu sinken – und beschlossen trotzdem, die Zinsen zu senken. Nun deutet vieles darauf hin, dass die Leitzinsen im Dezember nochmals sinken dürften.

Die wichtigsten Aussagen aus dem Sitzungsprotokoll

Die Beschreibung des Dilemmas, mit dem die Fed konfrontiert war, sah wie folgt aus.: Einen gesunden Arbeitsmarkt und eine gesunde Wirtschaft aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Preise stabil zu halten. So nachzulesen im jüngsten Protokoll der Sitzung.

Das letzte Treffen  fand unmittelbar nach dem Abschluss des Präsidentschaftswahlkampfes 2024 statt. Also während die Anleger die Aktienkurse in die Höhe trieben und die Marktzinsen im Vorfeld des von vielen erwarteten Wahlsieges des ehemaligen Präsidenten Donald Trump stiegen. Obwohl die Zinsen aufgrund der Erwartungen eines Wahlsieges Trumps und einer wachstumsfördernden Wirtschaftspolitik nach oben tendierten, blieben die längerfristigen Inflationserwartungen unter Kontrolle, wie aus dem Protokoll hervorgeht.

„Die Inflationsprognose der Mitarbeiter für 2024 war aufgrund eingehender Daten etwas höher als die für die vorherige Sitzung erstellte“, heißt es im Protokoll. „Fast alle Teilnehmer waren der Ansicht, dass die monatlichen Schwankungen zwar volatil blieben, die eingehenden Daten jedoch im Allgemeinen mit einer nachhaltigen Rückkehr der Inflation auf 2 % übereinstimmten.“

In Bezug auf die Wirtschaft wurde im Protokoll vermerkt, dass die Teilnehmer der geldpolitischen Sitzung der Fed „anmerkten, dass der Konsum durch einen soliden Arbeitsmarkt, steigende Reallöhne und einen erhöhten Wohlstand der Haushalte unterstützt wurde.“

Nächste Fed-Sitzung in zwei Wochen

Kurz gesagt, die Fed sieht das Beste aus beiden Welten: eine stetig wachsende Wirtschaft mit einer Inflation, die sich ihrem Ziel nähert, wenn auch vielleicht etwas langsamer als erwartet. Die Fed bestätigte dies diesen Mittwoch, als sie ihre „Beige Book“-Umfrage zur US-Wirtschaft veröffentlichte. Darin stellten die Währungshüter fest, dass das Wirtschaftswachstum anhielt, obwohl die Einstellungszahlen gedämpft waren.

Die Märkte kalkulieren nun immer noch eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte ein, wenn die Fed in zwei Wochen zusammenkommt. Sofern sich die Dinge nicht ändern oder die Wirtschaftsdaten – z.B. der monatliche Beschäftigungsbericht für November am Freitag – die Erwartungen nicht erfüllen, wird die langsame, aber stetige Zinssenkung der Fed wahrscheinlich anhalten.