Sie hat die gesamten USA in der Hand, wenn es um die klassischen Geldanlagen und die Vergabe von Krediten geht. Janet Yellen ist die Chefin der US-Notenbank Fed und jede ihrer Aussagen wird ganz genau gewertet. Nun hat sich Yellen während einer Vorlesung positiv zu einer möglichen Zinswende geäussert.
Alles muss stimmen
Ihr Wortlaut hat sich dabei kaum verändert, denn die Fed-Chefin spricht von verschiedenen Faktoren die stimmen müssen. Sie hatte einen Vortrag an der Universität von Amherst (Massachusetts) gehalten und dabei einen noch besseren Arbeitsmarkt als wichtigen Punkt genannt. Ausserdem muss sich die Inflationsrate verbessern und den zwei Prozent annähern. Dann wäre auch eine Zinserhöhung noch vor dem Jahreswechsel denkbar. So setzte sie ein positives Zeichen für alle Anleger und Investoren.
Doch wie viel sind ihre Aussagen tatsächlich wert? Noch vor einer Woche hatten Yellen und ihre Währungshüter genau das Gegenteil erklärt. Die Nullzinspolitik würde vorerst beibehalten und die Kurse an den Börsen reagierten entsprechend negativ. Yellen sprach davon, dass sie und die meisten ihrer Kollegen einer Zinserhöhung zustimmen würden, wenn es die Daten vom Arbeitsmarkt und der Inflation hergeben würden.
Wirtschaft muss überraschen
«Wenn die Wirtschaft uns überrascht, werden wir unsere Urteile über eine angemessene Geldpolitik ändern“, erklärte sie. Der Arbeitsmarkt war das Jahr über sehr stabil gewachsen, lediglich die Inflation zog nicht an. Wenn diese auch noch stimmt, wolle man schrittweise bei der Anhebung vorgehen. Doch dies von einer Überraschung abhängig zu machen, kommt einem Glücksspiel gleich.
In der letzten Woche gab es noch eine andere Begründung und zwar die unsicheren Zeiten in anderen Ländern. Den Zinsentscheid macht die Fed daher auch von der Lage der Weltwirtschaft abhängig. Wenn sich die wichtigsten Nationen nicht ebenfalls positiv entwickeln würden, wäre dies ein Grund mit der Anhebung des Leitzinses zu warten. Darauf haben die US-Währungshüter aber wenig Einfluss und wenn es danach ginge, könnte man immer wieder einen Kritikpunkt finden.
Die Zinswende wünschen sich viele, doch nur wenige können derzeit daran glauben, wenn immer wieder andere Faktoren gefunden werden, die dagegen sprechen.