Viele Anleger mischen ihrem Portfolio eine kleine Menge Gold bei. Entweder in physischer Form oder als Zertifikat. Während der Corona-Krise stieg der Preis des Edelmetalls konstant an. Nun nähert er sich der entscheidenden Marke von 1.800 US-Dollar. Womit er nicht mehr weit von seinem Allzeit-Hoch entfernt liegt. Währenddessen planen einige Banken den Ausstieg aus dem Goldhandel.

Lieferschwierigkeiten bedingen Goldpreis

Weltweit brachte Covid-19 viele Wirtschaftszweige komplett zum Erliegen oder schädigte diese zumindest massiv. Auch die wichtigen Goldraffinierien der Schweiz, Kanada und in Südafrika pausierten. Daraus folgten Probleme bei den geplanten Auslieferungen.

Fertige Barren blieben oftmals im Lager, weil die Transportmöglichkeiten eingeschränkt waren. Es mangelte also nicht an der Menge des Edelmetalls, sondern wie es zu seinen Abnehmern gelangen sollte. Dies gab dem Goldpreis einen kräftigen Schub nach oben. Doch die Nachhaltigkeit dieses Effekts ist fraglich.

Allerdings ergeben sich Diskrepanzen im weltweiten Handel. In London lagern die Banken das Gold in Tresoren ein. Dort legte der Kaufpreis nicht so stark zu. Wohingegen er in New York immer weiter stieg. Stellenweise konnte das Edelmetall in London fast 90 Dollar pro Feinunze günstiger erworben werden.

Banken konnten sich nicht absichern

Dieses Phänomen ist hinreichend bekannt, trat aber schon lange nicht mehr so gravierend in Erscheinung. Für gewöhnlich gehen sie an der Terminbörse in New York „short“. Engpässe in den Lieferketten sorgten jetzt aber für hohe Preise, um das Gold überhaupt nach New York bringen zu können. Dies bescherte ihnen Verluste in Millionenhöhe.

Viele Banken scheinen hier einen Schlussstrich ziehen zu wollen. Von der Scotiabank ist bereits bekannt, dass sie künftig nicht mehr am Goldhandel in London teilnehmen wird. Wenn Banken nun gar nicht mehr bzw. vorsichtiger am Goldmarkt agieren, besitzt dieser weniger Finanzmittel.

Dennoch scheint ein Investment in Gold jetzt genau richtig zu sein. Dazu rät auch die Bank of America, welche Anlegern zum Kauf rät. Sie prognostiziert einen Anstieg auf 3.000 US-Dollar je Feinunze in nur 18 Monaten vorher. Diese Erkenntnis teilte die Großbank im Rahmen ihrer Studie „The Fed can´t print gold“ mit. Die weltweiten Konjunkturprogramme veranlassen die Notenbanken dazu, Geld in rauen Mengen zu drucken. Um sich gegen die aufkommende Inflation zu schützen, scheint eine Anlage in Gold gerechtfertigt.