Amerikanische Großkonzerne wie Amazon oder Google sind bekannt dafür, wenig Steuern zu zahlen. Sie nutzen die legalen Möglichkeiten sehr gewissenhaft aus. Wenngleich dabei einige Länder nahezu leer ausgehen. Der Suchmaschinengigant Google versprach jetzt allerdings, künftig mehr Steuern in Europa zahlen zu wollen. Wird dies zur Realität, muss das Unternehmen einige Milliarden mehr ausgeben. Was die Bilanzen und somit auch die Aktienkurse belasten dürfte.

Verzicht auf Steuerschlupflöcher

Genauer gesagt gab dieses Versprechen die Google-Mutter Alphabet ab. In Fachkreis ist die Praxis als „Double Irish, Dutch Sandwich“ bekannt. Somit gelang es Google allein in 2018 stolze 21,8 Milliarden Euro aus Europa zu „schleusen“. Wie gesagt, auf absolut legalem Weg.

Das Geld überwies Alphabet zunächst in die Niederlande. Von dort aus kehrte es auf den Bermudas ein. So hat es die Niederländische Handelskammer deklariert. Kein Zufall, denn auf den Bermudas zahlen Unternehmen keine Einkommenssteuer. Somit spart sich Google jedes Jahr einige Milliarden Euro ein. Doch damit soll ab 2020 Schluss sein.

Derselbe Trick funktionierte auch mit Einnahme aus den USA. Allerdings hat die niederländische Google-Tochter ihre Einnahmen zum Großteil an die irische Niederlassung transferiert. Ebenfalls mit Sitz auf den Bermudas. Ein absolut legales Konstrukt, welches keine Verfahren nach sich zieht.

Warum der Sinneswandel?

Zwar stehen diese Steuerschlupflöcher in der Kritik, aber sie wären auch in 2020 verfügbar. Warum ändern Google und Alphabet ihre Strategien, um zukünftig mehr Steuern zu zahlen?

„Wir werden unsere Struktur vereinfachen und unser geistiges Eigentum nun über die USA lizenzieren und nicht Bermuda“, heißt es in einer Erklärung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Einnahmen aus Lizenzgebühren eines irischen Unternehmens der Gruppe stammen.

Irland war viele Jahre dem Druck aus Europa und den USA ausgesetzt. Bereits in 2014 hat man deshalb erklärt, die Steuervorteile ab 2020 auslaufen zu lassen. Ganz freiwillig hat sich Google also nicht zu diesem Schritt bereit erklärt.