Zwei der größten Wirtschaftsmächte können nicht mit ihren Zahlen zur aktuellen Konjunktur glänzen. Während sich Anleger in den USA darüber freuen, sorgen sie sich zugleich um die Entwicklung in China. In den Vereinigten Staaten wächst die Hoffnung, dass eine weitere Zinsanhebung erst einmal vom Tisch ist. Im Reich der Mitte sucht man hingegen Anschluss an die Zeit vor der Corona-Pandemie.
Zahl neuer US-Arbeitsplätze wächst langsamer
Innerhalb der US-Privatwirtschaft gab es im vergangenen August 177.000 neue Jobs. Dieser Wert liegt unter den Erwartungen und signalisiert eine schwächere Konjunktur. Genaueres wissen wir heute mit der Veröffentlichung vom neuen Arbeitsmarktbericht. Fest steht schon jetzt, dass das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) sich hätte besser entwickeln können. Dieses erzielte im ersten Halbjahr 2023 ein Plus von nur 2,1 Prozent. Ökonomen hatten mit mehr gerechnet.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeitslosenquote im August von 3,5 auf 3,8 Prozent stieg. Damit suchten 6,4 Millionen US-Bürger eine neue Anstellung. Für die Börsen sind dies gute Nachrichten, denn Anleger rechnen deshalb wieder mehr mit einer Zinspause. Die Federal Reserve betont dagegen immer wieder, dass es in diesem Jahr noch einige Zinsanhebungen geben könnte. Ein Faktor ist hierfür die Entwicklung der Inflation, ein anderer die Stärke des Arbeitsmarktes.
Durch dieses Hin und Her mit den relevanten Kennzahlen halten viele Investoren an den US-Börsen die Füße still. Genaueres wissen wir im Verlauf des Tages, wenn der neue Bericht verfügbar ist. Im Moment geht die Mehrheit davon aus, dass das Zinsniveau im September beibehalten wird.
Das Sorgenkind China
Auf der anderen Seite des Pazifischen Ozeans richten sich alle Augen auf China. Im Reich der Mitte kämpft man immer noch mit den Folgen der Corona-Pandemie und ihren harten Lockdown-Maßnahmen. Die chinesische Wirtschaft möchte nicht wirklich Fahrt aufnehmen. Vor allem der Immobiliensektor gilt als schwer angeschlagen. Neue Kredite zu teureren Konditionen helfen dabei nicht wirklich. Manche Immobilienfirmen stehen knapp vor dem Konkurs oder haben diesen bereits angemeldet. Diese angespannte Situation hat zur Folge, dass Investoren China meiden.