Vor kurzem hatten wir über die schwache Nachfrage von Aluminium berichtet und wie sich dies auf die Weltwirtschaft auswirkt. Heute zieht das Eisenerz nach, denn auch hier gilt seit Wochen eine grosse Flaute auf dem Markt. Der Sündenbock ist wiederum China, denn das „neue Wachstum“ beschränkt sich auf wenige Prozent. Dabei wird es auch vorerst bleiben und somit endet ein grosser Konjunktur-Boom nun endgültig.
Rio Tinto will mehr Marktanteile
Einer der grossen Eisenerz-Produzenten ist die Firma Rio Tinto. Die Fusion aus britischen und australischen Bergbaukonzernen hat mit dem Preisverfall zu kämpfen. Die Devise aus der Führungsetage lautet nun: Mehr Produktion für mehr Marktanteile. Das wiederum würde aber den Preisrutsch noch mehr begünstigen. Doch sind die Anteile erst einmal gesichert, kommt es bei erneut starkem Bedarf zu einem dickeren Umsatzplus. Rio Tinto zielt also auf einen langfristigen Effekt ab.
Bereits im vierten Quartal konnte das Unternehmen zulegen. Zehn Prozent mehr Eisenerz wurde gefördert, insgesamt 87,2 Millionen Tonnen. Das überraschte auch die Analysten, denn die hatten mit noch mehr gerechnet. 2016 soll es dem Unternehmen gelingen 350 Millionen Tonnen Eisenerz aus den Stollen zu holen. Damit sollen dann auch die Verluste durch den eingebrochenen Preis ausgeglichen werden. Seit 2011 verlor das wichtige Metall rund 75 Prozent an Wert auf dem weltweiten Rohstoffmarkt.
Mitbewerber Vale aus Brasilien hat dasselbe Konzept angekündigt. Rio Tinto hat auf der anderen Seite die Produktion von Kupfer gedrosselt. 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Kokskohle legte hingegen 16 Prozent zu.
Auf der anderen Seite bietet der Iran grosse Mengen an Rohöl. Da der Markt aber sowieso schon gesättigt ist und die Lager vor Reserven fast bersten, wird dies den Ölpreis nur noch weiter drücken.