Der Ölpreis liegt nachwievor im Keller. Die Verbraucher freut es, die Förderländer klagen. Nun hat die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) den Beschluss gefasst, ihre Produktion zu drosseln. Das geringere Niveau soll dafür sorgen, dass mittelfristig die Ölpreise wieder ansteigen. Die Obergrenze würde aber bestenfalls innerhalb dieser Gruppierung wirken. Eigenbrötler wie Russland und die USA blieben außen vor.

Berechtigte Zweifel am Ölpreisanstieg

14 Mitglieder zählt die Opec mittlerweile, aber zwei der größten Produzenten sind nicht mit dabei. Genau deshalb zweifeln die Analysten an einer nachhaltigen Wirkung aus diesem Beschluss. Hinzu kommt, dass die Opec selbst nie wirklich als Einheit funktioniert hat. Nun aber will man eine Front bilden und die tägliche Produktion auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel beschränken. Damit gehen nach aktuellem etwa 750.000 Fässer am Tag verloren.

Die Bekanntgabe erzeugte einen sofortigen Anstieg des Ölpreises um mehr als sechs Prozent. Am Donnerstag flachte der Kurs dann wieder etwas ab. Denn die Euphorie legte sich wieder, nachdem klar wurde, wer hier entschieden hatte. Eine Begrenzung der Fördermenge wurde schon mehrfach von der Opec anvisiert und dann wieder von einigen Teilnehmern ignoriert.

Sollte jedoch, allen Zweifeln zum Trotz, die Begrenzung von allen eingehalten werden, so könnte sich der Ölpreis bereits im ersten Halbjahr 2017 um bis zu 10 Dollar steigern lassen. So hat es die US-Investmentbank Goldman Sachs vorausgesagt. Dennoch warnt man vor einer Überbewertung dieser Entscheidung.

Rohöl-Überangebot bleibt bestehen

Die Drosselung beschreibt den berühmten Tropfen auf dem heißen Stein. Ein Überangebot von Rohöl bleibt dennoch bestehen. Zumal die USA weiter auf ihr Fracking setzt und auch Russland kein Interesse hat seine Förderung zu reduzieren. Nur wenn diese beiden Akteure mitziehen würden, hätte der Ölpreis eine reale Chance auf Erholung. Ökonomen und Rohstoffexperten halten deswegen den Ball flach, während Algeriens Energieminister Noureddine Boutarfa von einer „historischen Vereinbarung“ sprach.