Die weltweite Konjunktur zieht wieder an. Corona scheint in immer mehr Ländern überwunden. Das merken Verbraucher seit einigen Wochen auch an den Zapfsäulen. Die Preise für Benzin und Diesel sind wieder gestiegen. Der hohen Nachfrage möchte die Opec mit größeren Fördermengen begegnen. Doch die Vertragspartner werden sich nicht einig und pausieren ihre Verhandlungen. Damit bleibt die eingesetzte Förderbremse vorerst in Kraft.
Termin für neue Gesprächsrunde noch offen
Konkret konnten sich Saudi-Arabien und sein Nachbar, die Vereinigten Arabischen Emirate, nicht einigen. Die Saudis geben in solchen Verhandlungen für gewöhnlich den Ton an. Bei der Opec+ kommen noch Russland und weitere Partner hinzu. Seit Donnerstag liefen Gespräche rund um eine Erhöhung von 400.000 Barrel pro Monat. Diese Regel hätte ab August gelten sollen, um der sicher erholenden Konjunktur anzupassen.
Hier schlugen die Vereinigten Arabischen Emirate quer, denn von dort gab es die Forderung nach einer höheren Fördermenge. Eine Ausnahme erteilte Saudi-Arabien jedoch nicht. Insgesamt umfasst die Opec+ 23 Nationen. Die meisten davon wollen nur langsam lockern, da Corona noch nicht eindeutig besiegt ist. Mit der nun aufziehenden Delta-Variante stehen neue Unsicherheiten im Raum.
Das Energieministerium in Abu Dhabi erklärte, dass ihm außerdem die Verlängerung der Beschränkungen bis Ende 2022 missfällt. Was nur eine Option wäre, würden sich die Opec+-Mitglieder auf eine höhere Förderquote einigen.
Das Spiel mit dem Ölpreis
Es gibt kaum eine Branche, welche nicht vom Ölpreis abhängt. Spätestens bei den Logistikkosten ist er relevant. Weshalb die Kosten für das „schwarze Gold“ starken Einfluss auf die Verbraucherpreise nehmen. In 2020 hatte sich die Opec+ auf eine Förderbegrenzung von knapp 9,7 Millionen Barrel geeinigt. Mit dem Ziel, den Ölpreis während der Corona-Krise zu stabilisieren. Schon davor gab es eine Förderbremse, weil sich der Preis pro Fass im Sinkflug befand.
Saudi-Arabien hofft, dass es noch zu einem Kompromiss kommt, damit der anhaltend positive Trend beibehalten wird. Momentan kostet die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um die 76 US-Dollar. Während die Nordseesorte Brent rund 77 Dollar je Barrel verlangt. Damit haben beide Ölsorten seit Freitag wieder ein gutes Stück zugelegt.