Schon vor dem Ausbruch des Coronavirus, kämpfte das Ölkartell Opec mit den Kaufpreisen. Eine erneute Drosselung der täglichen Fördermenge wurde in den Raum gestellt. Dieser Gedanke scheint nun beschlusskräftig, weil die Virus-Krise viele Wirtschaftszweige belastet. Die Nachfrage sinkt und damit geht ein immer schwächerer Ölpreis einher, um das schwarze Gold noch angemessen absetzen zu können.
Tourismus und weitere Branchen betroffen
Heute überlegt es sich so mancher zweimal, ob er seinen Urlaub tatsächlich antreten möchte. Gerade bei Reisezielen, welche derzeit stark vom Coronavirus betroffen sind. Somit leider der Tourismus sehr stark und mit ihm auch die Airlines. Viele Flüge werden gestrichen. Daraus resultiert ein deutlich geringerer Bedarf an Rohöl. Ähnliche Auswirkungen sind in der Automobilindustrie zu spüren. Es werden nicht so viele Neufahrzeuge gekauft wie erhofft. Generell bleiben die Konsumenten verstärkt daheim und planen weniger Ausflüge. Zu groß ist die Angst bei vielen, sie könnten sich in größeren Menschengruppen anstecken.
Ebenso haben viele Veranstalter ihre Events abgesagt. Firmen verschieben ihre Konferenzen oder halten diese via Videotelefonie ab. Somit herrscht deutlich weniger Bewegung auf den Straßen. Folglich erfahren die Tankstellen eine abnehmende Zahl von Kundschaft.
Russland strebt Fortsetzung bisheriger Absprache an
Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hat nun ein neues Förderlimit kommuniziert. Das zweite Quartal 2020 wolle man noch einmal 1,5 Millionen Barrel pro Tag weniger bereitstellen. Zuvor hatten sich die Ölminister der Opec in Wien getroffen und ihr Vorgehen abgestimmt. Eine Zusage seitens Russlands wird noch erwartet.
Auch in Russland ist man sich der Lage bewusst. Von dort hieß es zuletzt, dass man die aktuelle Drosselung aufrecht erhalten wollte und zwar bis Jahresende. Doch Saudi-Arabien und die anderen Opec-Mitglieder sehen die einzige Chance in einer stärkeren Kürzung. Ansonsten könnten die fördernden Länder den Ölpreis vermutlich nicht stabilisieren.
Aktuell kämpft die Nordseesorte Brent, welche seit Jahresbeginn etwa ein Fünftel an Wert verlor. Russland könne wohl aber das günstige Preisniveau halten. Die USA ist dank ihrem fragwürdigen Fracking weitestgehend unabhängig von erdölexportierenden Ländern.