Die Opec-Mitglieder und ihre Partner (Opec+) haben sich erneut zusammengesetzt. Die Verhandlungen in Wien kamen zu dem Ergebnis, auch im kommenden Juli die Drosselung beizubehalten. Demnach muss die Ölproduktion um knapp zehn Millionen Barrel pro Tag beschränkt werden. Damit wolle man die Stabilisierung des Ölpreises weiter voran treiben.
Langsame Erholung des Ölmarktes
Um einen Monat verlängert, würde man die Weltwirtschaft zur besseren Erholung verhelfen, heißt es. Während der Corona-Pandemie kam es zu einem starken Preisverfall vom Rohöl. Doch noch ist nichts wie vorher. Innerhalb der Opec wird mit einer anhaltend schwachen Nachfrage gerechnet. Die Konjunktur in vielen Ländern werde sich nur mühsam regenerieren. Viele Unternehmen haben tausende von Stellen gestrichen und somit ihre Kapazitäten verringert. Daher werde Rohöl in den nächsten Monaten deutlich weniger gefragt sein, wie in den Jahren zuvor.
„Wir sehen einen positiven Effekt der gemeinsamen Handlungen. Der Markt ist aber immer noch in einem fragilen Zustand und braucht Unterstützung“, erklärte Russlands Energieminister Alexander Nowak nach den Verhandlungen. Damit dies so bleibt, müssten alle Mitglieder im Juli die Richtlinie 100%ig einhalten.
Die Entscheidung wurde vom Markt erwartet. Ein wenig steigen sollen die Ölpreise schon noch. Allerdings wirft man dabei immer einen kritischen Blick zur USA. Die kocht ihr eigenes Süppchen und könnte von der Verteuerung stark profitieren. Der Grenzwert für eine kosteneffiziente Förderung liegt bei etwa 40 US-Dollar je Barrel.
Zeitgleich gibt es immer wieder Probleme einzelner Opec-Länder und Partner, die gesetzten Limits einzuhalten. Dies beträfe vor allem Nigeria, den Irak, Kasachstan sowie Angola.
Mexiko schießt quer
In diesem Zusammenhang gab Mexiko bekannt, diese neue Vereinbarung nicht zu unterstützen. Allerdings werde man den Beschluss vom April weiterhin vollständig aufrecht erhalten. Bis Ende Juli wolle man sich nicht an dem geplanten Deal beteiligen. So erklärte es Mexikos Energieministerin Rocío Nahle. Es sei wirtschaftlich nicht mehr tragbar, die Förderung zu drosseln.
Allerdings bleibt es dabei, dass bis Ende Juni die Einschränkung von 100.000 Barrel gelte. Obwohl sich andere Länder nicht daran halten, erklärte Nahle ohne Beweise.