Die Aktienkurse weltweit stürzen ab, weil die Angst vor einer Abschwächung der US-Wirtschaft Schockwellen durch die globalen Märkte schickt. Der Dow eröffnete heute mehr als 1.000 Punkte tiefer, der S&P 500 verlor 4,25 % und der Nasdaq Composite stürzte um mehr als 6 % ab. Wir beleuchten die Sorgen der Anleger im Detail.
Angst vor Rezession wieder da
Zuvor hatten japanische Aktien am Montag ihren größten Tagesverlust aller Zeiten erlitten. Der Nikkei 225-Index in Tokio schloss mehr als 12 % tiefer. Die Angst vor einer starken Abschwächung der US-Wirtschaft hat die Erwartungen geweckt, dass die Federal Reserve die Zinsen senken muss.
All dies geschah inmitten eines weltweiten Ausverkaufs an den Märkten. Neben wachsenden Sorgen über eine Rezession gab es weitere Gründe für die Talfahrten an den Börsen. Zweitens die Sorge, dass die Federal Reserve nicht schnell genug reagiert hat sowie die Überzeugung, dass sich große Wetten auf KI möglicherweise nicht auszahlen.
Die größte Angst ist die, dass es der US-Wirtschaft viel schlechter geht als bisher angenommen. Was durch den unerwarteten Anstieg der Arbeitslosenquote vom Freitag belegt wird. Da berichtete das Bureau of Labor Statistics, dass die US-Wirtschaft im Juli nur 114.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat – weit weniger als erwartet. Die Arbeitslosenquote wuchs auf 4,3 % an. Obwohl dies an und für sich keine ungesunde Arbeitslosenquote ist, gilt ihr plötzlicher Anstieg als alarmierend. Zum Vergleich: 2023 Jahr war die Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Stand seit der Mondlandung!
Doch die US-Wirtschaft bleibt robust. Im letzten Quartal ist sie weitaus stärker gewachsen als erwartet – angekurbelt durch die immer noch soliden Verbraucherausgaben, die mehr als zwei Drittel des gesamten Bruttoinlandsprodukts ausmachen.
Aber die Rezessionsängste nehmen in der US-Bevölkerung zu. Ökonomen von Goldman Sachs haben am Montag die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten zwölf Monaten auf eins zu vier erhöht. Das ist immer noch ein „begrenzter“ Fall, denn die Wirtschaftsdaten sehen insgesamt gut aus und die Fed hat noch viel Spielraum, die Zinsen von einem 23-Jahres-Hoch zu senken.
Bedenken wegen KI-Entwicklung
Die Aktienkurse waren in den letzten zwei Jahren auch wegen großer Wetten auf Technologieunternehmen im Bereich künstliche Intelligenz in die Höhe geschnellt: Viele hofften, dass KI eine weitere globale industrielle Revolution auslöst und wetten dementsprechend darauf.
Aber KI-Gewinne gibt es praktisch nicht und die Technologie ist noch nicht ausgereift. Einige befürchten, dass sie es nie so weit bringen wird. Händler beginnen, große Trades mit Apple, Nvidia, Microsoft, Meta, Amazon, Alphabet und anderen Technologieaktien abzuwickeln, die seit Anfang letzten Jahres stark gestiegen waren, um kräftig Gewinne mitzunehmen.
Warren Buffett, CEO von Berkshire Hathaway und eine notorisch ruhige Kraft, wenn die Märkte verrücktspielen, lässt ebenfalls die Technologie hinter sich. Er hat kürzlich die Hälfte von Berkshires Apple-Anteil verkauft. Ein beunruhigendes Zeichen für die Gesundheit des Technologiesektors.