Schon vor dem weltweiten Ausbruch von Corona, hatte der Ölpreis ganz schön zu kämpfen. Nun dämpft sich die internationale Konjunktur immer stärker. Privat wird wegen der Ausgangsbeschränkungen deutlich weniger gefahren. Industrien entscheiden sich für Kurzarbeit oder legen gänzlich eine Pause ein. Folglich sinkt die Nachfrage am schwarzen Gold immens. Die meisten ölfördernden Länder haben deswegen einen harten Entschluss gefasst.
Zehn Millionen Barrel am Tag weniger
Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) teilte mit, dass sie massiv gegen den weiteren Preisverfall vorgehen wird. Deshalb sollen die Mitgliedsstaaten ihre Produktion derart zurückfahren, dass zehn Millionen Barrel pro Tag weniger bereitstehen. Diese Beschränkung will man vorerst für Mai und Juni aufrecht erhalten.
Zwischen Juli und Dezember reduziert sich die Begrenzung auf acht Millionen Barrel täglich. Vorab gab es hart geführte Verhandlungen, heißt es. Ganz sicher ist der Beschluss auch noch nicht, denn Mexiko gab bislang keine Zustimmung. Diese Entscheidung fällt alles andere als leicht, weil die Kürzung knapp zehn Prozent der weltweiten Produktion entspricht.
Sogar Russland hat sich damit nun einverstanden erklärt, nachdem es Anfang März noch anders aussah. Doch der rapide abstürzende Ölpreis hat fast alle teilnehmenden Staaten dazu bewogen.
Grobe Schätzung für die rückläufige Nachfrage
Der sich schon lange im freien Fall befindliche Ölpreis hat durch Corona seinen Gnadenstoß erhalten. Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo verkündete am gestrigen Donnerstag seine Einschätzung. Demnach soll es in diesem Jahr einen Rückgang der Nachfrage von 6,8 Millionen Barrel pro Tag geben. Wobei die Organisation im zweiten Quartal mit dem größten Einbruch rechnet, bevor sich die Lage wieder etwas entspannen dürfte.
Parallel dazu wollen einige US-Banken wohl in den Öl- und Gashandel einsteigen. Viele Produzenten kämpfen um ihre Existenz. Zu den Großbanken zählen Wells Fargo, JPMorgan Chase, die Bank of America sowie Citigroup. Sie wollen unabhängigen Förderern den Rücken finanziell stärken. Durch deren Übernahme vermeiden die Banken schwerwiegende Zahlungsausfälle. Viele von ihnen haben bei den Geldhäusern hohe Beträge offen. Es geht um geschätzte 200 Milliarden Dollar in Darlehen.