China ist für Autohersteller aus zwei Gründen ein sehr wichtiger Markt. Einerseits sitzen dort einige Zulieferer von Fahrzeugkomponenten. Andererseits gilt das Reich der Mitte als einer der wichtigsten Absatzmärkte. Gerade jetzt, weil die Regierung die E-Mobilität sehr stark fördert. Zum Teil wird direkt vor Ort produziert, um den Bedarf schneller decken zu können.

Dank dem Coronavirus liegt die Wirtschaft stellenweise flach und das auf unbestimmte Zeit. In der Autobranche herrscht dagegen weiterhin gute Stimmung. Auch BMW und Daimler halten an ihren Jahresprognosen fest.

Ausgleich im Verlauf des Jahres geplant

BMW und Daimler behaupten dabei nicht, dass sie keine Auswirkungen vom Coronavirus spüren würden. Sie planen jedoch, dies im Verlauf des Jahres auszugleichen. Immerhin mussten auch die beiden Hersteller den chinesischen Neujahrsurlaub ihrer Mitarbeiter verlängern. Der Februar gilt generell als schwacher Monat, aber in 2020 hat er sich als besonders „dezent“ erwiesen.

Daimler hatte erst am 10. Februar die Produktion wieder aufgenommen. BMW zögerte es sogar auf den 17. Februar hinaus. Wie stark die Auswirkungen der Viruskrise wirklich sind, ist aktuell nicht abzuschätzen. Daher bleiben die Automobilhersteller optimistisch und wollen ihre Prognosen vorerst nicht verändern. Daimler hatte dazu bereits erklärt, mit leicht rückläufigen Verkaufszahlen zu rechnen. Jedoch wolle man trotzdem den Absatz ein wenig nach oben heben, heißt es.

Versorgungssicherheit bleibt gewährleistet

BMW-Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse bewies mehr Optimismus und beruhigte damit seine Anleger. „Bislang haben wir keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit unserer Werke“, so Zipse. Was die Lieferketten betrifft, so wären diese für die nächsten drei Wochen abgesichert. Einen größeren Ausblick mag er derzeit nicht geben.

Der französische Autobauer PSA betreibt ein Werk in der chinesischen Provinz Hubei. Dort soll die Produktion erst wieder zum 11. März anlaufen, heißt es. Konzernchef Carlos Tavares bekräftigte jedoch, dass der Nachschub mit neuen Fahrzeugen derzeit nicht gefährdet sei.

Trotzdem zeigten sich die Manager vorsichtig und sagten das Treffen mit dem Autosalon in Genf ab. Stattdessen führten sie ihre Gespräche mit Vertretern der Presse per Telefon. Zu sehen gab es auch etwas, nämlich neue Fahrzeugmodelle via Livestreams.