Die USA gilt weltweit als am schlimmsten von Covid-19 betroffen. Weil der Pandemie-Ausbruch höchstwahrscheinlich in China stattfand, will Präsident Trump rechtliche Schritte einleiten. Aktuell prüft er, welche Maßnahmen seine Regierung ergreifen kann. Für ihn steht der finanzielle Schaden im Mittelpunkt, unter dem die US-Konjunktur leidet.
China soll Entschädigung zahlen
Sollten die Beweislast und Rechtslage es ermöglich, will Donald Trump das Reich der Mitte zu einer Entschädigungszahlung verdonnern. Entscheidend dafür sei, wie die Regierung in Peking auf das Coronavirus reagiert habe. Der US-Präsident spricht von einer „substanziellen Summe“, ohne diese näher zu beziffern.
Trump hatte bis auf Weiteres alle täglichen Pressekonferenzen abgesagt. Ihm waren die sich wiederholenden Fragen der Medienvertreter zu anstrengend geworden. Nun räumte er am gestrigen Montag spontan eine Ansprache ein. Seiner Meinung nach, hätte China die Ausbreitung von Covid-19 deutlich rasanter eindämmen können. Um so die weltweite Pandemie zu verhindern. Weshalb er nun „sehr ernste Untersuchungen“ anstrebt.
Auch der Mangel an Transparenz trug dazu bei, dass andere Länder erst später reagieren konnten. Harte Vorwürfe, die es noch zu beweisen gilt. In den USA haben sich mehr als eine Million Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Davon sind über 56.000 Personen verstorben.
Ein geschicktes Ablenkungsmanöver?
Für Donald Trump steht in diesem Jahr viel auf dem Spiel, denn er möchte Anfang November vom Volk wiedergewählt werden. Auf China hatte er sich schon mit einem massiven Handelsstreit eingeschossen. Dieser läuft im Hintergrund noch weiter, während Corona das alles bestimmende Thema in diesen Tagen bleibt.
Das „Chinavirus“, wie es Trump zwischenzeitlich nannte, nahm er anfangs nicht ernst genug. Dann musste er jedoch einlenken und ordnete massive finanzielle Unterstützungen an. Es wirkt so, als wolle er von seinem Verhalten ablenken. China den schwarzen Peter zuschieben und dabei die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Boot holen.
In aktuellen Umfragen büßt der amtierende US-Präsident dabei einiges an Stimmen ein. Doch die Kehrtwende könnte ihm jetzt noch gelingen, wenn er entschlossen handelt.