Eine solide Anlagestrategie an der Börse schließt in vielen Fällen die Branche der Konsumgüter mit ein. In diesem Zusammenhang kommen Privatanleger nur schwer an Unilever vorbei. Das britische Unternehmen mit Sitz in London vertreibt diverse bekannte Marken und ist als stabiler Dividendenzahler bekannt. Damit dies so bleibt und die Rendite des Konzerns künftig wieder steigt, muss Unilever höhere Preise bei seinen Kunden durchsetzen. Wobei hier nun eine weitere Erhöhung in Aussicht gestellt wurde.

Gesamte Produktpalette betroffen

Schaut man auf die Rückseite von Lebensmittelverpackungen, ist dort das Logo von Unilever recht häufig zu sehen. Über 400 Marken zählen mittlerweile zum Sortiment, welches vorrangig in Supermärkten und Discountern verkauft wird. Darunter die Tütensuppen von Knorr, Eiscreme von Ben & Jerry´s sowie verschiedene Reinigungsmittel. Unilever deckt fast den gesamten Bereich des täglichen Bedarfs ab. Weshalb die Aktie bei Anlegern so beliebt ist, denn diese Produkte werden selbst in Krisenzeiten weiter gekauft.

Weniger Grund zur Freude haben nun erneut die Konsumenten. Die anhaltend hohe Inflation sowie steigende Energiepreise haben den Konsumgüterriesen schon vor geraumer Zeit zu Preiserhöhungen gezwungen. Das klappte soweit sehr gut, aber nun kündigte Unilever für die kommenden Monate abermals steigende Verbraucherkosten an.

Nach Einschätzung der aktuellen Lage, setzt sich dieser Trend auch in der zweiten Jahreshälfte fort. Allerdings rechnet die Geschäftsleitung mit kleineren Sprüngen. Unilever-Finanzvorstand, Graeme Pitkethly, kommentierte die Situation wie folgt: „Wir haben wahrscheinlich den Höhepunkt der Inflation überschritten, aber noch nicht den Höhepunkt der Preisgestaltung.“

Bevor es überhaupt zu Preissteigerungen kommt, müssen Konsumgüterkonzerne mit den Supermarkt-Ketten neu verhandeln. Diese seien gelungen und haben dazu geführt, dass Unilever etwa 75 Prozent der gewachsenen Kosten abdecken kann. Aber: „Das muss mehr als 100 Prozent sein, damit wir bei der Bruttomarge wieder aufholen“, so Pitkethly. Ziel sei es, in 2023 ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent zu erzielen.

Ein sehr stabiler Dividendenzahler

Auf die Unilever-Aktie nehmen sehr viele Faktoren Einfluss. Energie- und Rohstoffpreise sowie die Inflation müssen stets mit den kalkulierten Preisen im Einklang stehen. Deshalb wird das Wertpapier wohl nie seinen Aristokraten-Status erhalten. Trotzdem gelang es dem Management, die Dividende sehr stabil zu halten. Aus Sicht der letzten zehn Jahre ist sie durchschnittlich um 5,6% gewachsen (Quelle: Aktienfinder.net). Allerdings ging die Ausschüttung im vergangenen Jahr leicht zurück.