In den vergangenen Wochen war immer wieder von einer „robusten US-Konjunktur“ die Rede, ohne diesen Umstand genau beziffern zu können. Jetzt liegen konkrete Zahlen dazu vor, welche die aufgestellte These bestätigen. Sorgen machen dabei die steigenden Ölpreise, die in den vergangen Tagen kräftig zulegen konnten.
BIP um 2,1 Prozent gestiegen
Bereits im ersten Quartal wuchs die US-Wirtschaft um 2,2 Prozent. Hierbei wurde der erfasste Wert nachträglich noch um 0,2 Prozent angehoben. Für das zurückliegende zweite Quartal verkündete Washington nun einen Zuwachs von 2,1 Prozent. Dabei handelt es sich um eine Hochrechnung, die auf die ersten drei Monate des Jahres Bezug nimmt.
In den Vereinigten Staaten ist es üblich, die wirtschaftliche Entwicklung auf das laufende Jahr hochzurechnen. Bei dieser „annualisierten“ Version kommt es nachträglich immer wieder zu Korrekturen. Ein Vergleich mit dem Zustand in Europa ist bei dieser Zählmethode nicht möglich, da hier von einer gleichbleibenden Situation für die kommenden Monate ausgegangen wird.
Starke Ölpreise belasten Aufschwung
Im laufenden Quartal könnten sich die hohen Ölpreise stärker bemerkbar machen. Diese haben seit Wochenbeginn deutlich zugelegt. Zeitweise waren Sprünge von um die drei US-Dollar je Barrel drin. Mittlerweile kratzt die Nordseesorte Brent an den 97 Dollar pro Fass, während das West Texas Intermediate (WTI) schon fast die 94 Dollar erreicht.
Mögliche Gründe für den Preisauftrieb sind:
- Das Energieministerium der USA meldet gefallene Rohölbestände in den Lagern. Der Rückgang zur vergangenen Woche übertraf die Erwartungen. Dieses Phänomen hält schon seit geraumer Zeit an.
- Ausschlaggebend für knappe Lagerbestände sind ebenso die reduzierten Lieferungen anderer Länder. Es bleibt bei den beschlossenen Förderkürzungen der Opec-Länder sowie Russland. Zeitgleich steigt die Nachfrage rund um das schwarze Gold.
- Langsam, aber beständig, erholt sich scheinbar auch die chinesische Konjunktur. Weshalb dort in naher Zukunft mit einer stärkeren Abnahme von Rohöl zu rechnen ist.
Nun bleibt unter anderem abzuwarten, wie die Mitgliedsstaaten der Opec auf den rapiden Preisanstieg reagierten. Womöglich wird dort der Ölhahn wieder aufgedreht, um eine Stabilisierung herbeizuführen.