Die US-Inflation ist seit Jahresbeginn schon deutlich gesunken. Also haben die Bemühungen der Währungshüter gewirkt, so scheint es zumindest. Doch die Teuerungsrate hat in den vergangen zwei Monaten wieder zugelegt. Damit ist die Gefahr einer Rezession in den Vereinigten Staaten noch nicht vom Tisch. So sehen es zumindest einige Analysten, während andere weiterhin Entwarnung geben. Die Realität steckt im Detail und diese lässt beide Szenarien zu.

Der mögliche Beginn einer schleichenden Rezession

Glaubt man der Investmentbank Goldman Sachs, dann ist die Wahrscheinlichkeit für einen deutlichen Abschwung der US-Konjunktur momentan sehr unwahrscheinlich. Die Experten rechnen nur noch zu 15 Prozent mit einer kurzfristigen Rezession. Auch einige andere Banken attestieren der US-Wirtschaft eine gewisse Robustheit. Jedoch befinden sich die Amerikanischen Bürger und Unternehmen in einer schwierigen Situation. Einerseits sinkt die Inflation nicht so schnell wie gewünscht, andererseits bleiben die Leitzinsen auf einem sehr hohen Niveau. Mit der Aussicht, dass die Federal Reserve weitere Anhebungen vornehmen könnte.

Dieses stark angespannte Verhältnis ist nicht von der Hand zu weisen. Weshalb gewisse Warnungen nicht ignoriert werden sollten. Wie jene der Bespoke Investment Group. Deren Experten sagen eine Rezession vorher – allerdings erst in ein paar Monaten. Demnach benötigt dieses Szenario immer eine gewisse Vorlaufzeit. Anfang September verkündeten Analysten von Bespoke deshalb, dass es erst im Juni 2024 soweit sein könnte. Als Begründung werden Auswertungen historischer Daten angeführt. Laut dieser vergingen im Durchschnitt fast 600 Tage, bevor eine Rezession tatsächlich einsetzte. Seit den 1960er Jahren gab es nur eine Ausnahme, bei der nicht mindestens 300 Tage nach dem ersten Warnsignal verstrichen waren.

Schnell steigende Zinsen als Vorbote

Gemäß den Bespoke-Analysten geht das wichtigste Signal von der Geldpolitik der Notenbanken aus. Eine rasche Kehrtwende der Leitzinsen, gepaart schnell steigenden Renditen bei den Staatsanleihen, wären der markanteste Vorbote für eine baldige Rezession. Dabei ist der Zeitpunkt entscheidend, wenn die Zinssätze für kurzfristige Staatsanleihen über denen von langfristigen Anleihen liegen. Dies sei im Oktober 2022 erstmals wieder der Fall, so Bespoke. Für die momentane Situation lässt sich daraus der Sommer 2024 ableiten, ab dem es zu einer Rezession kommen könnte.