Die Amerikaner verlieren die Zuversicht in ihre wirtschaftlichen Aussichten. Schon den dritten Monat in Folge ist der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board gesunken. Er fiel von 104,3 im September auf 102,6 im Oktober. Nach Angaben des Conference Board liegt der Index in diesem Jahr auf dem zweitniedrigsten Stand überhaupt und damit nur knapp über dem Mai-Wert von 102,5.

Weiterhin steigende Preise bereiten Sorgen

Der Rückgang im Oktober kam, weil „die Verbraucher weiterhin mit steigenden Preisen im Allgemeinen und den Lebensmittel- und Benzinpreisen im Besonderen beschäftigt waren“, sagte Dana Peterson, Chefökonomin beim Conference Board, in einer Erklärung am Dienstag. „Die Verbraucher äußerten auch Bedenken hinsichtlich der politischen Situation und der höheren Zinssätze“, sagte sie und fügte hinzu, dass der Krieg zwischen Israel und der Hamas auch die Ansichten der Verbraucher über die Wirtschaft beeinflusst habe.

Positiv sind dagegen die vorläufigen Vereinbarungen, welche die drei großen US-Autohersteller in der vergangenen Woche mit der United Auto Workers getroffen haben. Sie sollen den längsten Autostreik seit 25 Jahren beenden.

Der Rückgang des Verbrauchervertrauens war nicht in allen Altersgruppen und Einkommensniveaus erkennbar. Konsumenten unter 35 Jahren beurteilten die Wirtschaftslage diesen Monat etwas optimistischer als im September. Bei den über 55-Jährigen war der monatliche Rückgang des Verbrauchervertrauens am größten.

Unterdessen verzeichneten Verbraucher mit einem Haushaltseinkommen zwischen 25.000 und 35.000 US-Dollar im Oktober den größten Rückgang des Vertrauens in die Wirtschaft. Im Gegensatz dazu verzeichneten Verbraucher mit einem Haushaltseinkommen zwischen 100.000 und 125.000 US-Dollar im vergangenen Monat den größten Vertrauenssprung.

Rezessionsängste nehmen wieder zu

Trotz des bemerkenswerten Bruttoinlandsberichts für das dritte Quartal mit einem Plus von fast 5 Prozent, zeigen sich die Verbraucher sehr besorgt. Da die Verbraucherausgaben trotz hoher Zinssätze robust blieben, schließen die Amerikaner eine Rezession nicht aus. „Mehr als zwei Drittel der Verbraucher gaben im Oktober immer noch an, dass eine Rezession ‚eher‘ oder ‚sehr wahrscheinlich‘ sei“, bemerkte Peterson. Die Aussicht auf eine wirtschaftliche Flaute veranlasse einige Verbraucher, große Anschaffungen wie Eigenheime zu überdenken, sagte sie. Gleichzeitig steigen die Immobilienpreise und Hypothekenzinsen, wobei sich die durchschnittliche 30-jährige Festhypothek auf fast 8 Prozent beläuft.