Der Betriebsgewinn von Volkswagen sank auf 2,86 Milliarden Euro, während die Umsatzerlöse im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5 % auf rund 78,5 Milliarden Euro zurückgingen. Der Fahrzeugabsatz ist im dritten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,3 % gesunken, teilte Volkswagen mit.
Höhere Fixkosten und teure Restrukturierungsbemühungen
Die Nettoliquidität des Konzerns habe Ende September 2024 bei minus 160,6 Milliarden Euro gelegen, hieß es. Volkswagen teilte zudem mit, dass seine Ergebnisse in den ersten drei Quartalen des Jahres durch höhere Fixkosten und Restrukturierungsbemühungen beeinflusst worden seien. Der Betriebsgewinn zwischen Januar und September dieses Jahres sei im Jahresvergleich um 21 % niedriger gewesen.
Arno Antlitz, Finanzvorstand und COO des Volkswagen-Konzerns, sagte, die Entwicklung spiegele ein „schwieriges Marktumfeld“ wider und betonte die Bedeutung laufender Leistungsprogramme im gesamten Unternehmen. Die Ergebnisse des dritten Quartals kommen, nachdem Volkswagen im vergangenen Monat zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seinen Jahresausblick für 2024 gesenkt hatte. Damals sagte der Autobauer, er erwarte für das Jahr eine Gewinnspanne von rund 5,6 %, zusammen mit einem Umsatzrückgang von 0,7 % auf 320 Milliarden Euro. Diese Zahlen wurden am Mittwoch unverändert gelassen.
Volkswagen war in den letzten Monaten in Schwierigkeiten, warnte vor möglichen Werksschließungen in Deutschland und kündigte im September eine Reihe von Tarifverträgen mit den lokalen Arbeitnehmern. Das Unternehmen kündigte außerdem an, dass es seinen seit 1994 bestehenden Beschäftigungsschutzvertrag für die deutsche Belegschaft beenden werde.
Lohnkürzungen, Entlassungen & Reduktion
Am Montag teilte der Betriebsrat von Volkswagen mit, dass die Unternehmensleitung weitreichende Lohnkürzungen und Entlassungen sowie die Schließung oder Verkleinerung aller deutschen Werke plane. Als Reaktion darauf bekräftigte Volkswagen die Notwendigkeit einer Umstrukturierung und versprach, dass es während einer Verhandlungsrunde über die Tarifverträge, die ebenfalls heute am Mittwoch stattfindet, Pläne zur Senkung der Arbeitskosten vorlegen werde.
„Vor den heutigen Verhandlungen müssen wir feststellen: Die Lage wird ernster“, erklärte Volkswagens Chefunterhändler Arne Meiswinkel am Mittwoch in einer CNBC-Übersetzung. Er fügte hinzu, dass die aktuellen Entwicklungen in der Automobilindustrie in Europa und insbesondere in Deutschland besorgniserregend seien – wie die neuesten Zahlen des Unternehmens als auch seiner Konkurrenten zeigten. Meiswinkel bekräftigte, dass Volkswagen die Kosten senken und seine Effizienz steigern müsse, um in eine Position zu kommen, in der es in seine Zukunft investieren könne.