Am gestrigen Dienstag zeigte sich erneut, wie sehr politische Entscheidungen ihren Einfluss auf die Börsen nehmen. An der Wall Street stellte sich eine ruckartige Erholung ein. Die USA entschied, ihre für September angekündigten Strafzölle in den Dezember zu verlagern. Weil das Reich der Mitte vor allem von US-Technologien profitiert, gewannen Aktien aus dieser Branche am meisten hinzu.
Spielraum für neue Verhandlungen
Drei Monate länger als gedacht, möchte die USA mit neuen Strafzöllen warten. Somit entspannt sich der Handelsstreit ein wenig. Die drei wichtigsten US-Börsen legten mit dieser guten Nachricht zwischen 1,5 und 2,0 Prozent zu.
Im Reich der Mitte ist ein neues Problem aufgetaucht. Die Zahl der Demonstrationen und deren Härte nehmen zu. Weshalb die chinesische Regierung immer öfter mit Polizeigewalt vorgeht. Vor allem in Hongkong bündelt sich die Wut der Bürger. Investoren könnten deshalb ihre Gelder in Regionen mit mehr Stabilität verwenden.
Gewinner & Verlierer vom Dienstag
Mit der temporären Entspannung im Handelsstreit, nahm der Ölpreis wieder Fahrt nach oben auf. Außerdem richten sich alle Augen auf die saudische Aramco, welche an die Börse gehen will. Das Barrel der Nordseesorte Brent gewann um 4,7 Prozent und kostete 61,30 Dollar. Das West Texas Intermediate (WTI) wuchs um 4,0 Prozent auf 57,10 Dollar.
Der Goldpreis schwankte im mittleren zweistelligen Bereich. Erst ging es rauf auf ein Tageshoch, dann geriet der Kurs unter Druck. Am Ende verlor er 0,7 Prozent und notierte bei 1.500 Dollar. Unerwartet hohe Inflationen setzten den Goldpreis unter Druck.
Auf der Gewinnerseite standen gestern auch jene Produktgruppen, welche von den Strafzöllen zunächst verschont bleiben sollen. Kleidung, Spielzeug, Laptops, Smartphones und andere Konsumgüter zählen dazu.
Apple konnte am Ende des Tages seinen Kursgewinn von knapp 5 Prozent nicht mehr halten. Dennoch ging der Technologiekonzern im Plus in den Feierabend. Intel legte um 2,7 Prozent zu.
Im Einzelhandel bewies Walmart seine Stärke. Am Donnerstag werden neue Geschäftszahlen vorgelegt. Allein gestern ging es für das Wertpapier um 2,1 Prozent nach oben.
Boeing bleibt dagegen ein Sorgenkind. Seit Jahresstart bleibt der US-Flugzeugbauer hinter seinen Erwartungen zurück. Sein europäischer Konkurrent Airbus hat nun die Nase vorn.