Zugegeben, nicht alles was der Megakonzern Amazon beginnt, trägt am Ende auch die erhofften Früchte. Unternehmerisches Scheitern gehört dazu, wer erfolgreich sein will. Doch bleibt es spannend, in welche Branchen sich der einstige Online-Versandriese noch wagt. Das US-Unternehmen hat nun in London seinen ersten Friseursalon eröffnet.

Neue Geschäftsfelder sorgen für mehr Sicherheit

An der Basis, dem Online-Handel von Amazon, dürfte niemand zweifeln. Die Geschäfte laufen während der Corona-Pandemie besser denn je. Trotzdem ist das unternehmerische Risiko geringer, je mehr Standbeine existieren. Amazon hat dies sehr gut verstanden und expandiert deshalb in immer neue Branchen. Nun also auch in Form von Friseursalons.

Wobei vorerst nicht mit einer ganzen Kette zu rechnen ist. Der Standort und seine Möglichkeiten sind für Amazon andere. Denn unweit davon entfernt liegt ein wichtiger Bürokomplex von Amazon. Die Hauptverwaltung für Großbritannien beschäftigt an die 5.000 Angestellte. Diese erhalten nun als erste Zugang. Später soll auch die Öffentlichkeit per Terminvergabe einbezogen werden.

Allerdings plant Amazon kein Franchise o.Ä. Der Standort für den Friseursalon dient in erster Linie zur Schaustellung von Technologien und Amazons Produkten. John Boumphrey, Großbritannien-Chef von Amazon, formulierte es so: „Wir haben diesen Salon gestaltet, damit die Kunden kommen und einige der besten Technologien, Haarpflegeprodukte und Stylisten der Branche erleben können.“ Also vieles rund um Mode und Styling wird hier zu sehen sein.

Augmented Reality beim Friseurbesuch

Amazon zeigt sich dabei gewohnt innovativ. Kunden können sich vor Bildschirme mit der Augmented-Reality-Technologie stellen. Sie zeigen auf ein Produkt und erhalten dann dazu eine passende Präsentation auf dem Bildschirm. Ziel sei es, den neuen Vertriebskanal namens „Amazon Professional Beauty“ zu etablieren. Beim Haarschnitt und Styling gelingt dies wesentlich besser am Kunden vor Ort.

Somit dringt Amazon immer mehr in den stationären Handel vor. Mit Amazon Fresh, Amazon Go und Amazon Books, versucht der digitale Konzern damit seit geraumer Zeit Fuß in der realen Welt zu fassen. Hinzu kommen Technologien wie das kassenlose Bezahlen. Demnach dürfen wir gespannt sein, was Amazon in Zukunft noch aus dem Hut zaubern wird.