Ende 2016 beschließen die Opec-Länder ein Förderlimit. Es soll den Ölpreis nachhaltig ansteigen lassen. Die USA juckt das wenig, sie „frackt“ munter weiter. Das Ergebnis: Die Lager sind mehr als voll und bei der Opec hat man das Nachsehen. Der Ölpreis liegt scheinbar im Keller, doch könnte er noch drastischer fallen. Ein durchaus realistisches Szenario.

Pumpen bis ans Limit

Zugegeben, die vereinbarte Förderbremse war mit ihrem marginalen Prozentanteil von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen. Noch dazu, weil die USA und anfangs auch Russland, überhaupt nicht mitspielen wollten. Mittlerweile sind die Russen eingeknickt, weil sie einfach zu sehr vom schwarzen abhängig sind. Das betrifft weltweit viele Nationen und wer hat der hat, wer nicht, der hat Pech. So sieht es leider in der Realität aus. Engstirnigkeit so weit das Auge reicht.

Die USA hat bisweilen keine wirkliche Stellungnahme zum Ölpreis genommen. Muss sie auch nicht, denn dank dem umweltfeindlichen Fracking, kann sie das billige Öl noch lange aussitzen. Deshalb kann nichts aus einem wachsenden Ölpreis werden. Hier zeigt sich einmal mehr, dass nur der lange Atem entscheidet. Um den Persischen Golf herum, dürfte es aber zuerst eng werden.

WTI und Brent verkaufen ihr Barrel derzeit für knappe 50 US-Dollar das Stück. Vom Jahresbeginn bis heute, hat sich das Rohöl schon wieder um ein Fünftel verbilligt. Über die nicht zu stoppende Ölschwemme, dürfte der Negativ-Trend bestehen bleiben. Daran gibt es mittlerweile kaum noch Zweifel. Da müsste die Opec schon tiefere Einschnitte wagen und das hält kaum jemand für möglich.

Erst 40, dann nur noch 20 Dollar je Fass

Die Weltwirtschaft beäugt das Geschehen sehr kritisch. An der Zapfsäule freut es uns, aber viele Firmen können mit dem billigen Öl nicht wirtschaften. Insbesondere die Produzenten, welche sich 100 Dollar und mehr je Fass zurückwünschen. Goldman Sachs malt unterdessen ein baldiges Szenario von 40 Dollar oder weniger aus.

Bleibt die Sturheit bestehen, geht der Opec vermutlich zuerst die Puste aus. Viel zu günstig ist das Fracking, mit dem die USA derweilen seinen Löwenanteil an Öl in die Lager pumpen kann. Für viele Staaten und Firmen hat ein Überlebenskampf begonnen.