Die chinesische Wirtschaft wächst schlechter als erwartet. Daraus resultiert eine geringere Nachfrage bei bestimmten Rohstoffen – allen voran beim Rohöl. Währenddessen zittern Börsianer vor der nächsten möglichen Zinserhöhung in den USA. Die neuesten Konjunkturdaten lassen dies vermuten. Weshalb auf dem amerikanischen Börsenparkett eine zurückhaltende bis nervöse Stimmung herrscht.

Steigende Zinsen durch robuste US-Konjunktur wahrscheinlich

In den Vereinigten Staaten steigen die Leitzinsen zunehmend. In 2023 gab es nur eine Pause und bis zuletzt hatten Anleger auf einen weiteren Aussetzer gehofft. Doch dieser ist unwahrscheinlich geworden – ganz zu schweigen von bald wieder sinkenden Zinsen. Einer geldpolitischen Straffung durch die Federal Reserve stellt sich die überraschen robuste Konjunkturentwicklung entgegen.

Anleger sitzen weiterhin zwischen den Stühlen. Eine starke Wirtschaftslage dämpft die Sorgen vor einer Rezession. Die Erfolge der Währungshüter werden jedoch nur in kleinen Schritten serviert. In den vergangenen Monaten sank die Inflation nur sehr langsam und zeitweise überhaupt nicht. Das Ziel, eine Teuerungsrate von zwei Prozent, gilt noch lange nicht als erreicht.

Chinas Immobilienmarkt läuft heiß

Die Konjunkturaussichten im Reich der Mitte sind alles andere als rosig. Seit geraumer Zeit stützt die chinesische Regierung ihre Wirtschaft mit billigem Geld. Doch der gewünschte Effekt tritt bestenfalls teilweise ein. Nun entschied sich die chinesische Zentralbank zu einer minimalen Senkung der Leitzinsen für bestimmte Laufzeiten.

Gleichzeitig nehmen die Probleme mit dem heiß gelaufenen Immobilienmarkt in China zu. Der hiesige Konzern Evergrande beantragte in der vergangenen Woche Gläubigerschutz in den USA. In Kombination mit einer hohen Arbeitslosigkeit unter jungen Erwachsenen sowie dem schwachen Wirtschaftswachstum steckt China bis zum Hals in Schwierigkeiten.

In diesem unsicheren Umfeld scheuen Anleger das Risiko zu Recht. Zumal gefahrenlose Geldanlagen momentan an Attraktivität gewinnen. Die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld steigen zunehmend. Dennoch werden sich die hohen Leitzinsen nicht ewig halten können, weil sie Unternehmen und Privatpersonen beim Leihen von Geld belasten. Wer aktuell unsicher ist, sollte entweder nur seine Sparpläne laufen lassen oder den eigenen Cash-Bestand für bessere Zeiten aufstocken.