In den vergangenen Monaten wurde der weltweite Flugverkehr stark eingeschränkt. Airlines haben daraufhin viel Geld verloren, manche sogar Insolvenz angemeldet. In solch schweren Zeiten denkt so gut wie niemand über den Kauf neuer Maschinen nach. Entsprechend mau sah es mit den Aufträgen bei den zwei größten Flugzeugbauern aus. Boeing und Airbus kämpfen mit einem massiven Tief.

Immer mehr Probleme bei Boeing

Die Krise rund um die Modellreihe 737 Max ist noch längst nicht überwunden. Zwei Maschinen waren abgestürzt und rissen viele Menschen mit in den Tod. Allein seit Jahresbeginn sollen dem US-Flugzeughersteller schon mehr als 600 Aufträge entgangen sein, heißt es.

Im Mai traf es Boeing besonders hart. Gerade einmal vier Verkehrsflugzeuge wurden bestellt. Im April waren es immerhin noch sechs Stück gewesen. Ein Bruchteil dessen, was im Vorjahreszeitraum geordert wurde. Damals litt das Unternehmen bereits unter den zwei Flugzugabstürzen. Maschinen vom Typ 737 Max dürfen weiterhin fast nirgendwo starten. Das Flugverbot bleibt aufrecht, solange nicht alle gravierenden Mängel sicher beseitigt sind.

Dabei hatte die Boeing-Aktie zum Monatsanfang wieder etwas Boden gut machen können. Mit dieser Nachricht verlor sie zeitweise etwa zehn Prozent. Derzeit kostet ein Wertpapier des Konzerns rund 186,00€.

Boeing musste 615 stornierte Bestellungen der Maschinen vom Typ Max hinnehmen. Dieses Minus konnten die anderen Modelle nicht ausgleichen.

Kaum Aufträge für Airbus

Ebenso schlimm traf es den europäischen Rivalen Airbus. Dieser konnte im Mai nur neun Aufträge entgegennehmen. Darunter aber kein einziger für neue Passagiermaschinen. Positiv ist zu erwähnen, dass im vergangenen Monat keine Stornierungen eintrafen. Seit Jahresbeginn sind knapp 300 Verkehrsflugzeuge bei Airbus bestellt worden.

Die weitere Entwicklung bleibt fraglich. Immer mehr Länder lockern ihre Reisewarnungen. Der Tourismus könnte theoretisch wieder anlaufen. Wie viele tatsächlich ihren Urlaub jenseits der Grenze verbringen wollen, ist unbekannt. Corona hat große Verunsicherung hervorgerufen. Noch dazu wird bspw. in Deutschland viel damit geworben, wie schön doch eine Auszeit in der eigenen Region wäre.

Das spielt den Airlines alles andere als in die Karten. Folglich werden es sich diese zweimal überlegen, worin sie derzeit investieren.