Ein Börsengang (IPO) inmitten der Corona-Krise kann als gewagt bezeichnet werden. Bestenfalls stellt er aber einen cleveren Schachzug dar. Für die in San Francisco ansässige JDE Peet´s Holding scheint dies genau der richtige Zeitpunkt zu sein. Das auf Kaffee und Tee spezialisierte Unternehmen verwaltet Marken wie Jacobs und Douwe Egberts. In 1966 gegründet, genießt „Peet´s Coffee“ eine treue Anhängerschaft. Jetzt wurden Pläne für den Start auf dem Börsenparkett bekannt.
Nestle bekommt Konkurrenz
Mit den zwei genannten Marken hat sich JDE Peet´s eine weltweit große Fangemeinde aufgebaut. Weltmarktführer Nestle dürften daher die Pläne für den IPO nicht gefallen. Dabei sollen Einnahmen von etwa 700 Millionen Euro entstehen. Ein wichtiger Betrag, denn Peet´s hat noch einige Schulden zu tilgen. Hinsichtlich der Emission, gehen Analysten von einem Wert bis zu zwei Milliarden Euro aus.
JDE konnte in 2019 ein Umsatzwachstum von 200 Millionen Euro erzielen. Somit stiegen die Einnahmen auf 6,9 Milliarden Euro. Der Gewinn ging im selben Zeitraum jedoch zurück. Mindestens 50 Prozent des Gewinns sollen künftig in Form von Dividenden an die Aktionäre fließen.
Während der Corona-Pandemie konnte sich das Unternehmen selbst testen. Die Geschäfte sein dabei recht robust gelaufen. Im ersten Quartal 2020 konnte Peet´s seinen Umsatz sowie das operative Ergebnis leicht anheben. Wobei das aktuelle Quartal ein besseres Bild zeichnen wird, wie sehr sich der Virus tatsächlich ausgewirkt hat. Doch es darf angenommen werden, dass sich Produkte von Jacobs und Douwe Egberts weiterhin gut verkauft haben. Marken wie Tassimo, Senseo und Pickwick haben internationale Bekanntheit erlangt.
Börsenstart in Amsterdam
Eben wegen dieser Stabilität auch in Krisenzeiten, erscheint der Börsengang weitreichend gesichert. Ohne ein konkretes Datum zu nennen, will man es bereits in den nächsten Wochen wagen. Dafür wurde die Börse in Amsterdam auserkoren. Als Partner hat sich JDE Peet´s dafür Goldman Sachs, BNP Paribas sowie JPMorgan ins Boot geholt. Mit dem Unterschied, dass das Werben bei Großinvestoren dieses Mal rein digital stattfinden dürfte.