Am gestrigen Donnerstag hat der Präsidentschaftskandidat Joe Biden sein Programm „Build Back Better“ vorgestellt. Dieses sieht ein enorm großes Hilfspaket in Höhe von 700 Milliarden Dollar vor. Sobald er zum US-Präsidenten gewählt wurde, soll dessen Umsetzung beginnen. Damit will er vor allem die wichtigsten Industrien sowie den Technologiesektor unterstützen.
Starke Wirtschaftsagenda
Durch die Corona-Pandemie hat die US-Konjunktur stark gelitten. Von einer schnellen Erholung ist nicht auszugehen. Das bestätigen auch die Währungshüter der US-Notenbank Fed. Daher will Joe Biden seinen Einfluss geltend machen.
400 Milliarden gedenkt er als potentieller neuer US-Präsident in das Aufkaufen von hergestellten Waren und Dienstleistungen zu investieren. Die restlichen 300 Milliarden will Biden ansässigen Technologiefirmen zukommen lassen. Sie sollen damit schneller forschen und entwickeln können, um international einen Vorsprung zu haben. So seine Ankündigungen während eines Metallfabrik-Besuchs in Pennsylvania. Seine angedachten Maßnahmen sollen fünf Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Inklusive einer Anhebung des Mindestlohns auf 15 Dollar je Stunde.
Hilfsprogramm bleibt nicht ohne Kritik
Momentan gilt Biden als stärkster Konkurrent für Donald Trump, der gegen Jahresende wiedergewählt werden möchte. Kritiker wiesen darauf hin, dass Biden während seiner Ansprache keinen Bezug zur Corona- und Klimakrise nahm.
Dass er sich so sehr auf eine starke Wirtschaft fokussiert, ist schnell erklärt. Er möchte viele Wähler gewinnen, welche einst Trump ihre Stimmen gaben. Bei einem Wahlsieg strebt er zeitnah die Verhandlungsgespräche zu einem neuen weltweiten Handelsabkommen an.
Sein starker Bezug auf die US-Konjunktur erscheint aber ebenso ungewöhnlich. Schließlich hatte Trump vor dem Covid-19-Ausbruch für ein beachtliches Wachstum gesorgt. Inklusive Steuererleichterungen für Unternehmen, welche Biden kritisiert.
Dabei scheint er selbst etwas im Sinn zu haben: Seine Beziehungen zu diversen Gewerkschaften! Er stellt sich als Bürger dar, welcher aus einfachen Verhältnissen stammt. Für die Rassismus-Debatte fand er hingegen keine Worte. Der amtierende Vizepräsident, Mike Pence, war gestern ebenfalls im Bundestaat Pennsylvania zugegen. Er bezog Stellung zum Jobwachstum vor der Pandemie. Er steht voll und ganz hinter den Plänen von Trump, um die US-Wirtschaft wieder anzukurbeln.