Zum Monatsende, genau genommen den 30. November 2016, will die Opec ihre Rohölproduktion begrenzen. Damit hofft man dem schwachen Ölpreis entgegenwirken zu können. Soweit ein guter Plan, doch warum fährt die Opec nun ihre Raffinerien hoch? Die Märkte werden mit großen Mengen an frischem Öl geflutet. Die produzierenden Unternehmen scheinen zu hamstern, bevor sie es nicht mehr dürfen.
Nigeria und Libyen legen kräftig zu
Zwei Opec-Länder fallen dabei besonders auf. Über Nigeria und Libyen spricht man in der Regel nicht viel. Doch genau hier wird die Ölförderung nun an die Grenze der Belastbarkeit geführt. Jeweils 190.000 Barrel wurden hier nun täglich zu Tage gefördert. Von Mitte September bis Mitte Oktober haben die Opec-Länder insgesamt täglich 33,54 Millionen Barrel gefördert. Auf den Monat betrachtet, stieg damit die Produktion um 300.000 Barrel pro Tag. Und einige Mitglieder wie der Irak scheinen eine Ausnahme darstellen zu wollen. Hier waren es 160.000 Barrel mehr und das ebenso täglich! Somit schafft der Irak allein 4,56 Millionen Barrel in 24 Stunden. Im Iran ging es dagegen gemächlich auf 20.000 Barrel mehr am Tag hoch.
Es deutet wirklich viel daraufhin, dass sich alle Opec-Länder noch einmal ihre Lager voll machen wollen, bevor dann die Drosselung gilt. Solche Vorhaben sind in der Vergangenheit oftmals wegen einzelner Mitglieder gescheitert. Maximal 33 Millionen Barrel sollen ab dem 30. November „nur noch“ pro Tag und Opec-Land gefördert werden. Derweilen fällt der Ölpreis, insbesondere bei Brent, weiterhin. Das Treffen am 30. November soll konkrete Details erbringen, so die Hoffnung der Mitgliedsländer.
USA und Russland müssen mitmachen
Die gedrosselte Produktion soll mittelfristig die Lager leeren und somit ein gesundes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage wiederherstellen. Doch abgesehen von den Opec-Ländern, gibt es noch mindestens zwei Global Player, welche sich nicht an diese Vorgabe halten müssen. Die USA setzt immer stärker auf das umstrittene Fracking und auch mit Russland müsste man sich einigen. Andernfalls bleibt das starke Überangebot bestehen und der Ölpreis hätte keine Chance sich zu erholen.