US-Präsident Trump hat sich die Senkung des US-Handelsdefizits ganz groß auf die Fahne geschrieben. Dafür erhob er vor allem Strafzölle gegen China und Europa. Doch in diesem Punkt scheint sein Motto „make america great again“ nicht aufgegangen zu sein. Die neuesten Zahlen sprechen vom Gegenteil.
Defizit steigt auf Niveau von 2008
Bezogen auf den August, stieg das Handelsdefizit der USA um 67,1 Milliarden an. Im Vormonat hatte es noch bei 171,9 Milliarden US-Dollar gelegen. Jetzt gab das Handelsministerium in Washington 239 Milliarden an. Auch im Juli gab es schon einen Anstieg zu verzeichnen. Die USA importierten damit zuletzt deutlich mehr. Was das Handelsdefizit auf das Niveau von 2008 hob. Der drittgrößten Differenz seit Anbeginn der Aufzeichnungen.
Für Trump ist damit eines seiner wichtigsten politischen Ziele, zumindest temporär, nicht erreicht worden. Was er nun zum Anlass nehmen könnte, noch härter gegen die Handelspartner der USA vorzugehen. Zeitgleich kommt diese Statistik sehr ungelegen, so kurz vor den Wahlen des nächsten US-Präsidenten.
Der Teufel steckt im Detail
Doch Moment! Wir sprechen hier nur von dem Defizit insgesamt. Ausgerechnet mit China ging die Differenz zurück. Produkte und Dienstleistungen aus den USA wurden verstärkt in das Reich der Mitte exportiert. Parallel dazu legte das Defizit mit Deutschland und Japan vergleichsweise stark zu. Ob Trump deshalb seine Strategie ändern wird, ist zu bezweifeln. Aktuell ist er sowieso mitten im Wahlkampf und hat deshalb weniger Zeit für neue Strafzölle und andere Sanktionen.
Angesichts der neuen Zahlen, scheint zumindest das Im Januar unterzeichnete Teilabkommen zu wirken. Peking verpflichtete sich damit zu erheblich gesteigerten Importen. Doch nach der „Phase 1“ des Abkommens geschah nicht mehr viel. Die besonders sensiblen Themen sparten die Regierung aus und haben sie bis heute ungeklärt belassen.
Auf dem Einkaufszettel der USA stehen einige Produktgruppen immer ganz oben. Unter anderem Fahrzeuge, Konsumgüter sowie Zulieferungen für die Pharmaindustrie. Wohingegen landwirtschaftliche Güter und Industriemaschinen aus den Vereinigten Staaten weltweit sehr gefragt sind. Insbesondere auf Soja „made in america“ möchte man nicht verzichten. Ganz im Gegenteil, denn der Umsatz stieg von Juli auf August um eine Milliarde Dollar.