Nicht nur US-Präsident Donald Trump nutzte die UN-Generaldebatte in New York als Sprachrohr seines Unmutes. Jetzt hat Chinas Außenminister wenige Tage später ebenfalls seine Chance ergriffen. Ihm ging es dabei um unfaire Handelspraktiken gegen sein Land. Peking stellte unmissverständlich klar, dass man sich nicht von derartigem Vorgehen einschüchtern lassen werde.

Gefährdung des multilateralen Handelssystems

Wang Yi, seines Zeichens der Außenminister von China, ergriff in New York das Wort. Er ging auf die Gefahren des Protektionismus ein, welcher von einigen Ländern betrieben wird. Dabei adressierte er ganz klar die USA, ohne diese konkret zu benennen.

„Die Lehren der Großen Depression sollten nicht vergessen werden“, erklärte Wang. „Zölle und das Provozieren von Handelsstreitigkeiten, welche die globale Industrie und Lieferketten erschüttern, untergraben das multilaterale Handelssystem und die globale Wirtschaft- und Handelsordnung.“

Weshalb er vor einer „Rezession“ warnte, welcher der gesamten Welt bevorsteht, sollte sich nichts ändern. Seitens der USA wurden bereits neue Strafzölle angekündigt, sollte Peking nicht den Auflagen folgen. Ein zwischenzeitlicher Waffenstillstand wurde zwar mehrfach ausgehandelt, verliert aber zunehmend an Bedeutung. Denn schlussendlich versuchen die USA und das Reich der Mitte bereits seit über einem Jahr den richtigen Kompromiss zu finden.

Wang erklärte, dass China sich niemals durch Drohungen dem „Druck unterwerfen werde“. Zeitgleich sei Peking aber bestrebt, alles in vernünftigem Ton zu lösen. „Sollte die andere Seite aber in böser Absicht handeln oder keinen Respekt für den gleichen Status oder die gleiche Rolle bei den Verhandlungen zeigen, müssen wir die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unser legitimes Recht und Interesse zu wahren“, so Wang.

Weltweite Konjunktur leidet unter Handelsstreit

Während Washington und Peking immer härtere Geschütze auffahren, übersehen beide Regierungen die negativen Einflüsse. Der andauernde Handelsstreit macht die Börsen nervös. Außerdem leiden Unternehmen darunter, wenn sie mit diesen Nationen Handel betreiben wollen. Insbesondere jene, welche in den USA sitzen und nach China exportieren, sowie in umgekehrter Richtung.

Anfang Oktober wollen sich die beiden Supermächte wieder gemeinsam an den runden Tisch setzen.