Als hätte der US-Flugzeugbauer Boeing dieses Jahr nicht schon für genügend Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Auf die Probleme mit seinen Maschinen vom Typ 737 Max, folgen nun Schwierigkeiten beim Langstreckenflieger 777X. Die Schwachstelle zeigte sich ausgerechnet dann, als staatliche Kontrolleure einen Blick auf die Technik warfen.

Kein gutes Jahr für Boeing

Einzig der europäische Konkurrenz Airbus dürfte sich über diese News freuen. Boeing ist immer noch dabei sein angeschlagenes Image wegen der defekten 737 Max auszubessern. Da schlagen Tests beim Langstreckenflieger 777X Alarm. Technische Probleme führten zum Aussetzen der weiteren Entwicklung. Ohne auf die Details einzugehen, versprach Boeing sich der Sache anzunehmen.

Diese Aussage ließ den Medien allerdings keine Ruhe. Die Nachrichtenagentur AFP habe aus mehreren Quellen erfahren, dass die Inspekteure der US-Luftfahrtbehörde (FAA) einen gravierenden Mangel feststellen mussten. Beim Test ging es um die Technik zum Druckausgleich. Es wurde eine Notfallsituation simuliert. Statt einwandfrei zu funktionieren, flog eine Tür des Flugzeugs aus ihrer Verankerung.

Boeing wollte diese Behauptung offiziell nicht bestätigen. Der Flugzeugbauer wolle nach der Problemursache forschen, hieß es lediglich.

Bleibt es beim ersten Testflug?

Maschinen vom Typ 777X sollen Anfang 2020 ihrem ersten Testflug unterzogen werden. Dieser wurde bereits einmal verschoben und fand diesen Sommer nicht statt. Ob das nun entdeckte Problem zu weiteren Verzögerungen führt, ist ungewiss. Auch dazu traf Boeing keine Aussage.

Im Juli ergaben sich Schwachstellen in den Triebwerken an, welches von General Electric hergestellt wird. Ende nächsten Jahres will Boeing trotzdem die ersten 777X-Maschinen ausliefern. Anschließend schickt man den Typ 777 in den Ruhestand.

Boeings Aktienkurs hatte sich von Mitte August an wieder im Aufwärtstrend befunden. Die Probleme bei der 737 Max gelten als weitestgehend behoben. Weshalb auf baldige Starterlaubnis durch die Luftfahrtbehörden gehofft wird. Sollten sich die Gerüchte als wahr entpuppen, dürfte das Wertpapier erneut unter Druck geraten.